„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ (Bertolt Brecht)

Die heutige Gesellschaft der BRD unterscheidet sich nur oberflächlich von jener, die in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine faschistische Herrschaft möglich gemacht hat. Trotz aller Bekenntnisse zur „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ bleibt die kapitalistische Produktionsweise, und die durch sie hervorgebrachten Klassenwidersprüche, Krisen und Kriege, das herrschende Prinzip. Der Faschismus als Staatsform bricht nicht mit diesen Kategorien, sondern stellt sich vielmehr als die uneingeschränkte Herrschaft der stärksten Kapitalfraktion dar. Das Ziel ist es, eine konsequente Umsetzung der Interessen des Finanzkapitals zu gewährleisten und die Zerschlagung der ArbeiterInnenbewegung bei gleichzeitiger Etablierung einer eigenen Massenbasis voranzutreiben.

Auch wenn die Bourgeoisie momentan kein Interesse daran haben kann, erneut eine faschistische Herrschaft zu etablieren, so wäre es doch vermessen zu glauben, ein Wiederaufkommen autoritär-faschistoider Tendenzen sei für alle Zeiten ausgeschlossen. Fragmente faschistischer Ideologie, wie unter anderen Chauvinismus, Rassismus und Antisemitismus sind fest im Denken und Handeln der bürgerlichen Gesellschaft verankert, und werden häufig als adäquate Lösungsansätze für Krisen aller Art präsentiert. Gewalttätige Übergriffe auf Menschen, die nicht in ein biologistisch-rassistisch begründetes Weltbild passen oder sich als politische GegnerInnen verstehen, sind immer wieder auf der Tagesordnung der extremen Rechten.


Doch was ist eine angemessene Reaktion auf diese Verhältnisse und welche Rolle spielt dabei der Antifaschismus?

Jeder Antifaschismus, der nicht nach den gesellschaftlichen Ursachen faschistischer Ideologien fragt und diese aus der Welt zu schaffen sucht, bricht letztendlich mit dem Schwur von Buchenwald. Es gilt nicht nur, den Nazismus zu vernichten, sondern ihn an seinen Wurzeln anzugreifen und auf das Schärfste zu bekämpfen. Grundlage antifaschistischer Praxis ist für uns jedoch dabei die Einsicht in die Notwendigkeit, revolutionäre und antifaschistische Politik zu trennen. Es gilt eine starke antifaschistische Front nicht etwa durch Fragen nach der richtigen revolutionären Praxis zu behindern, sondern diese als das zu etablieren, was sie letztlich ist: antifaschistischer Abwehrkampf als Massenkampf mit dem Ziel einer möglichst breiten und gemeinsamen Abwehr der rechten Gefahr! Dies wollen wir durch die Schaffung einer starken antifaschistischen Organisierung und solidarische Bündnisarbeit realisieren.
Dabei gilt es jedoch, nicht in bloße Feuerwehrpolitik und Passivität zu verfallen. Aufgabe soll vielmehr sein, über Ursachen faschistischer Ideologien aufzuklären, ihre Gefahr und Aktualität zu zeigen und sie dort zu demaskieren wo sie sich offenbaren, indem wir uns ihnen gemeinsam und entschlossen entgegenstellen.

DIE ANTIFASCHISTISCHE AKTION AUFBAUEN!