Archiv der Kategorie 'reaktionäre seilschaften'

[KN] Kurzbericht: Antifaschistischer Widerstand gegen „Querdenken“ am Bodensee

Mehrere hundert Menschen beteiligten sich am ersten Oktoberwochenende 2020 an Protesten gegen Aktionen der „Querdenken“-Bewegung in und um Konstanz. Aufgerufen hatte, neben anderen AkteurInnen, das deutsch-schweizer „Welcome to paradise“-Bündnis.

Die Querdenker
Am Wochenende rund um densogenannten „Tag der deutschen Einheit“ am 3. Oktober demonstrierten CoronaleugnerInnen, Eso-Freaks und rechte unterschiedlichster Couleur mit einer Menschenkette und mehreren Kundgebungen für ihre vermeintlich verlorengegangenen Freiheiten. Im Gesamten nahmen über 10.000 Menschen an den rechts-offenen aber auch teils wirren Veranstaltungen teil. Eindrücklich war die hohe Beteiligung aus der Schweiz. Auffällig wie zuvor beim „Querdenken“-Publikum war, dass es sich größtenteils um kleinbürgerliche Schichten handelt, hinter deren „verlorenen Freiheiten“ Verlustängste der eigenen Privilegien und die Angst, im Zuge derWirtschaftskrise gesellschaftlich abzurutschen, stehen. Auch in Konstanz waren so erneut antisemitische Verschwörungstheorien von „dunklen Mächten“ Teil des „Querdenken“-Auftritts. „Querdenken“-Kopf Michael Ballweg sprach am 4. Oktober zuerst in Karlsruhe um später in Konstanz eine weitere Großdemo zum Jahresende in Berlin anzukündigen.
Auch wenn die Stadt Konstanz im Vorfeld das Zeigen von Reichskriegsfahnen verboten hatte, nahmen wieder zahlreiche Nazis und andere organisierte Rechte an der Querdenken-Kundgebung teil. So war beispielsweise, wie auch zuvor auf anderen „Querdenken“-Aktionen, das Compact-Magazin mit einem eigenem Stand vertreten. Trotz immer wirrerer Aussagen von Köpfen der „Querdenken“-Bewegung, stellt diese weiterhin eine Plattform dar, auf der offen auftretende Rechte akzeptierter Bestandteil sind und die Veranstaltungen zur Vernetzung nutzen können.

Die Gegenproteste
Bereits am Samstag beteiligten sich etwa 150 Menschen an einer Kundgebung des „Welcome to paradise“-Bündnis in der Konstanzer Innenstadt gegen die parallel stattfindende Menschenkette der „Querdenker“.
Spektrenübergreifend aber klar antikapitalistisch ausgerichtet war dann die Hauptaktion des „Welcome to paradise“-Bündnis, eine Demonstration am Sonntagmittag. Auf der Auftaktkundgebung beleuchteten unterschiedliche Redebeiträge die AkteurInnen der lokalen „Querdenken“-Gruppe und deren Verstrickung in die extreme Rechte. Gleichzeitig wurde auch eine linke Kritik an den aktuellen Zuständen formuliert. Hier knüpfte ein gemeinsamer Redebeitrag verschiedener Antifa-Gruppen aus dem Südwesten an, der als Antwort auf die „Corona-Bewegung“ die Notwendigkeit eines breiten und konsequenten, aber deutlich klassenkämpferischen Antifaschismus in den Vordergrund stellte.

Im Anschluss an die Auftaktkundgebung zogen etwa 400 Menschen aus Deutschland und der Schweiz gemeinsam lautstark durch Konstanz. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent und begleitete die Demo im Spalier, konnte jedoch nicht verhindern das einige Rauchtöpfe die Stimmung der Demo untermalten.

Der antifaschistische Widerstand suchte sich deswegen im Anschluss an die Demo unterschiedliche Wege. Knapp 150 AntifaschistInnen unternahmen einen Blockadeversuch direkt am Zugang zum Kundgebungsgelände „Klein-Venedig“, wurden dort aber nach kurzer Zeit von der Polizei mit Pfefferspray, Knüppeln und Pferden angegriffen und in Richtung Bahnhof zurückgedrängt.
Einen anderen Weg nahmen knapp 60 AntifaschistInnen die parallel dem Wohnort des IB-Ortsgruppenleiters Dominik Böhler in KN-Wollmatingen einen Besuch abstatteten und nach einer Spontandemo das Wohnhaus des Nazis mit Farbe markierten und Outingplakate im Viertel hinterließen.

Auch auf der „Querdenken“-Veranstaltung selbst war Widerstand zu spüren. So musste die Kundgebung wegen einer hinter die Bühne geworfenen Rauchbombe zeitweilig unterbrochen werden.

Darüber hinaus kam es am gesamten Wochenende zu unterschiedlichen Demonstrationen gegen die „Coronademos“ die aber hauptsächlich die Verteidigung der Infektionsschutzmaßnahmen der Regierung in den Vordergrund stellten. So riefen u.a. Linkspartei, Volt und CDU gemeinsam zu Aktivitäten auf.

Kurzes Fazit

„Querdenken“ ist als politische Kraft weiter mobilisierungsfähig, auch wenn die Beteiligung in Konstanz im Vergleich zu den Veranstaltungen in Berlin und Stuttgart abgenommen hat. Die Bewegung um Michael Ballweg wird so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden, aber sich auch nicht dauerhaft als politische Kraft etablieren. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere die Rechte von den Massenaufläufen profitieren will und auch wird.
Um dagegen zu halten tut die antifaschistische Bewegung gut daran Kräfte zu bündeln und auch Mobilisierungen in die „toten Winkel“ der Republik zu unterstützen. Klar ist aber auch: Mit klassischem Gegenprotest ist der rechts-offenen Massenbewegung nicht bei zu kommen. Funktionierende Antworten müssen hier praktisch und inhaltlich weiter greifen als bei traditionellen Anti-Nazi-Protesten: Klare, linke Antworten auf die Krise sind genauso Bestandteil einer klassenkämpferischen und antifaschistischen Strategie gegen „Querdenken“ wie das konsequente Vorgehen gegen die organisierte Rechte die auf den Zug der „Corona-Demos“ aufgesprungen ist.

Zum weiterlesen:

– Landesweiter Aufruf antifaschistischer Gruppen: https://antifavs.noblogs.org/ihre-freiheit-ist-eine-luege/

– Querdenken711 und seine rechten Akteure – ein Nachtrag: https://www.antifa-stuttgart.org/2020/10/querdenken711-und-seine-rechten-akteure-ein-nachtrag/

- Bündnis „Welcome to Paradise“: https://welcometoparadise.noblogs.org/

[Tübingen] Save the date: 17. Mai Gegen das Burschenfrühschoppen! Rechten Eliten keine Plattform bieten

Es ist raus: Der Burschenfrühschoppen der Tübinger Verbindungen findet am Sonntag, 17. Mai in Tübingen statt!

Dagegen werden auch wir selbstverständlich wieder Proteste organisieren, denn es ist an uns die politischen Errungenschaften, die bereits gemacht wurden, jeden Tag aufs Neue zu verteidigen und die, die sie uns nehmen wollen, mit direktem Protest zu konfrontieren! Unserem Ziel einer solidarischen Gesellschaft steht das Verbindungswesen nicht nur im Weg, sondern fundamental entgegen.

Achtet auf Ankündigungen auf unserer Website und dem facebook-Account des Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen und die Region!
Bis dahin: teilt das sharepic auf facebook über eure Kanäle und informiert euch über Studentenverbindungen, bspw. mit der Broschüre des OTFR Broschüre: Verbindungen Auflösen! – Eine antifaschistische Perspektive auf das Verbindungswesen

Rechten Eliten Keine Plattform bieten!

[Tü] Bericht der Proteste gegen den sog. „Bürgerfrühschoppen“der Tübinger Verbindungen am 12. Mai 2019

+++Beteiligung von 70 Personen am Blockadekonzept+++lange Zeit Aufrechterhaltung der Blockade des Haupteingangs+++Burschis schleichen kleinlaut auf eigenes Fest oder flüchten vor Antifas+++Proteste werden weiter anschlussfähig und zeigen Wirkung+++Bullen überzeugen durch überzogene Maßnahmen+++

Am Sonntag, den 12. Mai 2019 ab 11:00 Uhr war der vom „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV) veranstaltete sog. „Bürgerfrühschoppen“ auf dem Platz vor der alten Burse in der Tübinger Innenstadt angekündigt. Der „Bürgerfrühschoppen“ löste im Jahr 2009 das jährlich vom 30. April auf den 1. Mai statt findende Maisingen der Verbindungen in Tübingen ab.
Dagegen ereignete sich zum wiederholten Male vielfältiger, direkter Protest um für soziale Gleichheit und eine solidarische Gesellschaft einzutreten. Der Hauptzufahrtsweg zur alten Burse war zeitweise durch Menschen blockiert. In der Entwicklung als auch in der Durchführung der Proteste kann der Tag als politischer Erfolg betrachtet werden. Über den gesamten Vormittag hinweg beteiligten sich ca. 100 Personen am Protest.

Ab 10:00 Uhr versammelten sich am Hauptzugangen zum Platz vor der alten Burse insgesamt 70 Personen, um ihrem Protest gegen studentische Verbindungen in Hör- und Sichtweite Ausdruck zu verleihen. Die Polizei versuchte schon zu Anfang dies zu unterbinden. Sie hielten selbst sämtliche Eingänge zum Platz mit mehreren Einsatzkräften besetzt und versperrten die Zufahrt in der Neckargasse mit zwei Bullenwannen. Man käme fast auf die Idee, die Cops wollten das erfolgreiche Blockadekonzept des Vorjahres aufgreifen und jenes dieses Mal selbst umsetzen. Da, wie sich später auch an diesem Tag wiederholt herausstellte, auf staatliche Behörden wenig Verlass ist, nahmen die anwesenden Antifaschist*innen die für Tübingen auffällige Bullenpräsenz nicht zum Anlass untätig zu bleiben und brachten sich anschließend selbst ins Spiel. Unter Parolen wie „Rechten Eliten keine Plattform bieten“ oder „Rassistisch, sexistisch, ekelhaft – Das ist eine Burschenschaft“ bezog man vor dem geplanten Haupteingang Stellung um den Zugang zu blockieren, nachdem eine dynamische Spontandemonstration via Mühlstraße die Cops vor organisatorische Herausforderungen gestellt hat, in der Folge sie eine Polizeikette aufgeben und somit zulassen mussten, dass die Antifaschist*innen sich entschlossen am Haupteingang breit machen konnten.
Die Burschis unterdessen mussten umständliche Umwege in Kauf nehmen und schlichen sich förmlich auf ihr eigenes Fest. Einige entdeckten an diesem Tag auch gänzlich neue Qualitäten ihrer hübschen Anzugsschüchen: Nämlich das diese sich auch gut als Laufschuhe eigneten, wenn deren Träger mit der Entschlossenheit so mancher Antifaschisti*innen in Begegnung kamen. Eine Gruppe Burschis war nach einer Begegnung mit der Blockade so unmotiviert, dass diese sodann postwendend ihren Heimweg zurück in die sichere Stube antraten.
Bei allen Erfolgen ist es am 12.05. jedoch nicht gelungen, aufgrund niedrigerer Beteiligung an der Mobilisierung im Vergleich zum Vorjahr, beide größeren Zufahrtswege zum Bursaplatz widerständig zu bespielen. Eine für Tübingen nicht gerade rühmliche Entwicklung bei der Beteiligung antifaschistischer Mobilisierungen, weist an diesem Tag und auch in Zukunft sicherlich noch Potential nach oben auf!
Nichts desto trotz zeigt der kontinuierliche Protest seine Wirkung und Erfolge: Die Reaktionären können nicht mehr auf die musikalische Begleitung regionaler Musikvereine zählen. Diese haben die Proteste aus dem letzten Jahr zum Anlass genommen, Ihre Unterstützung zurückzuziehen, so der Sprecher des AKTV nach Medienberichten. Die musikalische Untermalung rückwärtsgewandter Lieder kam am Sonntag somit nur aus der Dose. Die Proteste gegen die elitären Männerbünde in Tübingen finden im Gegensatz dazu weiter Anschluss und Zulauf. Das ITZ Theater zeigte Solidarität mit den Protestierenden selbst und Ihren Inhalten, indem es das Erkennungszeichen der bundesweiten Initiative von Kulturschaffenden gegen rechtes Gedankengut („Die Vielen“) in unmittelbarer Nähe zum Fest an Ihrem Haus präsentierte. Auch der Frauenbuchladen am Bursaplatz beteiligte sich, indem durch Bilder auf das bekannte Graffiti an der Wand einer Tübinger Burschenschaft erinnert wurde. An der Wand ist bis heute zu lesen: „ Mensur ist Menstruationsneid“. Aus den Fenstern des angrenzenden Evangelischen Stifts hingen Regenbogenfahnen als Zeichen gegen Homophobie und die Fahne der „Antifaschistischen Kirchen“. Gleichzeitig wirkte die Beteiligung der Bürger*innen aus Tübingen an dem Fest gleichbleibend gering wie jedes Jahr, sodass die Korporierten eher unter sich blieben. Doch dieser Umstand ist Ihnen wahrscheinlich gar nicht mal so unrecht.
Nicht verzichten mussten die neurechten Zöglinge hingegen auf die Anwesenheit des Oberbürgermeisters. Dessen Mitwirken an dieser Veranstaltung als bald nun keine*n mehr überraschen dürfte, passt diese nahtlos in den Kontext vergangener und jüngst getätigter rassistischen Äußerungen des selben.
Als Abschluss dieses in den überwiegenden Teilen positiven Résumés müssen noch einige wenige Worte zu den Cops verloren werden. Jene versuchten zum Abschluss der legitimen Proteste diese in gewohnter Manier zu kriminalisieren, nahmen einige Antifaschist*innen in Gewahrsam um Ihnen im Anschluss einen Platzverweis auszusprechen. Dieser Umstand erhöhte an diesem Tag und darüber hinaus unser Zusammengehörigkeitsgefühl als Antifaschist*innen und offenbarte eine spürbare Unsicherheit der polizeilichen Einsatzkräfte an diesem Tag.
Unserem Ziel, gemeinsam gegen rückwärtsgewandte Strukturen in Tübingen effektiv etwas entgegen zusetzten, sind wir abermals näher gekommen. Auf den gemachten Erfahrungen der vorangegangenen Jahre wurde erfolgreich aufgebaut und der Widerstand gegen rückwärtsgewandte Männerbünde weiter auf breitere gesellschaftliche Füße gestellt. Wir wollen es auch weiterhin nicht auf sich beruhen lassen und werden unsere antifaschistischen Proteste gegen Burschis weiterführen.

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

[Kurzbericht] Proteste gegen den sog. „Bürgerfrühschoppen“der Tübinger Verbindungen am 06. Mai 2018

Am Sonntag, den 06. Mai 2018 ab 11:00 Uhr war der vom „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen“ (AKTV) veranstaltete sog. „Bürgerfrühschoppen“ auf dem Platz vor der alten Burse in der Tübinger Innenstadt angekündigt. Der „Bürgerfrühschoppen“ löste im Jahr 2009 das jährlich vom 30. April auf den 1. Mai statt findende Maisingen der Verbindungen in Tübingen ab.

Dagegen ereignete sich vielfältiger direkter Protest um für soziale Gleichheit und eine solidarische Gesellschaft einzutreten. Die Zufahrtswege zur alten Burse waren zeitweise durch Menschen blockiert. Abschluss der Proteste bildete eine Spontandemonstration durch die Tübinger Innenstadt hin zum Hauptbahnhof.

Ab 9:30 versammelten sich an beiden Zugängen zum Platz vor der alten Burse insgesamt 100 Personen um ihrem Protest gegen studentische Verbindungen in Hör- und Sichtweite Ausdruck zu verleihen.
Es gelang Ihnen die Vorbereitungen und den planmäßigen Ablauf des elitären Events zu stören und zu verzögern. Das Fest der rechten Elite konnte nur unter massivem Polizeieinsatz begonnen werden. Die Polizeikräfte agierten mit gezücktem Messer um die Transparente der Aktivist*innen zu zerstören und nahmen dabei keine Rücksicht auf Protestierende. Vielmehr nahmen sie dadurch erhebliche Verletzungen der Antifaschist*innen billigend in Kauf.
Diese ließen sich jedoch in Ihrem Vorhaben nicht beirren und zeigten weiter durch Parolen wie: „Rechten Eliten keine Plattform bieten“ oder „Rassistisch, sexistisch, neoliberal – AfD: Partei fürs Kapital“ Ihre Entschlossenheit. Auch nachdem der Weg für die Burschis durch die Polizei freigeprügelt wurde.
Dies zeigt erneut, dass dem Staat nichts an einer effektiven Perspektive gegen erstarkende rechte Tendenzen innerhalb unserer Gesellschaft gelegen ist. Dies bedeutet für uns um so mehr Initiative zu ergreifen um selbstbestimmt unseren Protest auf die Straße zu tragen!

Unserem Ziel, gemeinsam gegen rückwärtsgewandte Strukturen in Tübingen effektiv etwas entgegen zusetzten, sind wir etwas näher gekommen. Im Jahr 2017 wurde der Anfang gemacht kontinuierlichen Protest gegen das sog. „Bürgerfrühschoppen“ zu initiieren. Dieses Jahr wurden weitere Schritte in die richtige Richtung vollzogen. Wir wollen es auch weiterhin nicht auf sich beruhen lassen und werden unsere antifaschistischen Proteste gegen Burschis weiterführen.
Wenn wir auch die verharmlosende Selbstdarstellung der Verbindungen nicht verhindern konnten, haben wir diese mit unserem direkten Protest konfrontiert und ihre Räume zur ungestörten Entfaltung ihrer rechten Lebenswelt verringert.
An diesen Erfolg wollen wir auch das nächstes Jahr anknüpfen unter dem Motto: Rechten Eliten keine Plattform bieten!

[Tübingen] Mobi-Aktion für die Proteste gegen den Bürgerfrühschoppen der Tübinger Verbindungen am 06.Mai

In Tübingen, Hegelstraße, wurde ein Transparent angebracht, welches auf die antifaschistischen Proteste gegen den Bürgerfrühschoppen der Tübinger Verbindungen am 06.Mai 2018 hinweist. An diesem Tag werden sich die Tübinger Verbindungen zusammenfinden, Bier trinken und sich bürgernah geben.
Studentische Verbindungen sind Profiteure des Rechtsruck und stehen unserem Ziel einer solidarischen Gesellschaft nicht nur im Weg sondern fundamental entgegen.
Deshalb: Rechten Eliten keine Plattform bieten!

Für aktuelle Informationen zu den Protesten kommt zur Mobilisierungsveranstaltung am Donnerstag, 03.Mai 2018, 19:00 Uhr ins Epplehaus, Karlstraße 13!

zum Aufruf: Rechten Eliten keine Plattform bieten – Gegen den Bürgerfrühschoppen der Tübinger Verbindungen!

[Letze Infos & Mobilisierungsveranstaltung] Rechten Eliten keine Plattform bieten – Gegen den Bürgerfrühschoppen der Tübinger Verbindungen am 06.Mai 2018

Am Donnerstag, 03. Mai 2018 um 19:00 Uhr laden wir ins Epplehaus Tübingen, Karlstraße 13, zu einer Mobilisierungsveranstaltung zu den antifaschistischen Protesten gegen den Bürgerfrühschoppen der Tübinger Verbindungen.

Am Sonntag, den 06. Mai 2018 wird der vom sog. „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen (AKTV)“ organisierte Bürgerfrühschoppen zum 9. Mal auf dem Platz vor der alten Burse in Tübingen statt finden. Es scheint beinahe normal geworden zu sein, dass sich die Tübinger Verbindungen jedes Jahr aufs Neue in der Mitte der Stadt treffen, Bier trinken und sich bürgernah geben.
Dieser Normalität wollen wir etwas entgegensetzen.
Es ist an uns die politischen Errungenschaften, die bereits gemacht wurden jeden Tag aufs Neue zu verteidigen und die, die sie uns nehmen wollen, mit direktem Protest zu konfrontieren!
Aktuelle Informationen zum 06.Mai und der Notwendigkeit, denen mit Protest zu begegnen, die unserem Ziel einer solidarischen Gesellschaft entgegenstehen wollen wir im Rahmen einer Mobilisierungsveranstaltung am 03.Mai 2018 mit euch teilen.

Zum Aufruf: Rechten Eliten keine Plattform bieten – Gegen den Bürgerfrühschoppen der Tübinger Verbindungen!

[Tübingen] Rechten Eliten keine Plattform bieten – Gegen den Bürgerfrühschoppen in Tübingen am 06. Mai 2018

Am Sonntag, den 06. Mai 2018 wird der vom sog. „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen (AKTV)“ organisierte Bürgerfrühschoppen zum 9. Mal auf dem Platz vor der alten Burse in Tübingen statt finden. Es scheint beinahe normal geworden zu sein, dass sich die Tübinger Verbindungen jedes Jahr aufs Neue in der Mitte der Stadt treffen, Bier trinken und sich bürgernah geben.
Dieses Event des „AKTV“ löste das jährlich vom 30. April auf den 1. Mai statt findende Maisingen der Verbindungen in Tübingen ab, welches sich Jahr für Jahr mit großen Gegenprotesten konfrontiert sah. Ein kluger Schachzug für die Außenwahrnehmung der Verbindungen, die deutschtümlichen Lieder und Fackeln durch ein scheinbar öffentliches Fest an einem Sonntag Mittag einzutauschen.
An der politischen und strukturellen Ausrichtung der Verbindungen hat sich jedoch wenig geändert: Sie verkörpern einen Antifeminismus und rückwärtsgewandte Rollenbilder und leisten einer Zuspitzung gesellschaftlichen Ungleichheit in einer Art und Weise Vorschub, in der sie ganz offen mit ihrem exklusiven Prinzip der sog. Seilschaften werben. Offenkundige rassistische Regularien oder andere menschenfeindliche Aussagen in der Öffentlichkeit haben erst nach breiter medialer Berichterstattung nach gelassen. Sprechen Korporierte allzu unverblümt über ihre politische Gesinnung, ist das nämlich schädlich für ihr Image.
Jedoch nicht allein die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich zuletzt immer weiter nach rechts entwickelt. Und in diesem Spannungsfeld stellen sich auch männlich dominierte, elitäre, akademische Zirkel als gesellschaftliche Räume dar, welche von diesem Rechtsruck gleichsam profitieren und ihn gezielt vorantreiben.
Die sog. „Alternative für Deutschland“ übernimmt nicht nur im Parlament eine rechte Initiative. Sie positioniert auch eine neue rechte Bewegung als strategisches Projekt auf der Straße, um die Spaltung der Gesellschaft weiter voran zu treiben. Dabei koordinieren sich viele verschiedene rechte Akteure.
Es ist nicht überraschend sondern politisch konsequent, dass viele Funktionsträger in der „AfD“ mit ihrer Jugendorganisation „JA“ und in Zusammenhängen der Neuen Rechten Korporations-Hintergrund haben. Denn diese Rechte skizziert ein Gesellschaftsentwurf, wie er im korporierten Milieu bereits täglich gelebt wird: Sexismus, straffe Hierarchie, Begünstigung der Privilegierten und reaktionäres Gedankengut.
Wir müssen hinter die Fassade von Verbindungen als studentische Männer-WGs mit Fabel für lustige Kostüme und Vornehmtuerei gepaart mit Trinkspielen blicken. Und sie als das begreifen, was sie darstellen: Als Gefahr für Emanzipation. Als Gefahr für Chancengleichheit. Als Stratorendienstleister eines gesellschaftlichen Rechtsrucks.

Es ist an uns die politischen Errungenschaften, die bereits gemacht wurden jeden Tag aufs Neue zu verteidigen und die, die sie uns nehmen wollen, mit direktem Protest zu konfrontieren!
Unserem Ziel einer solidarischen Gesellschaft steht das Verbindungswesen nicht nur im Weg, sondern fundamental entgegen.

Wir unterstützen die Kundgebung der Antifa Reutlingen/Tübingen und mobilisieren am

Sonntag, 06. Mai 2018 um 09:00 Uhr auf den Tübinger Holzmarkt.

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

[Teaser] „Bürgerfrühschoppen“ im Mai 2018

Auch im Jahr 2018 wird aller Voraussicht nach im Mai der vom Arbeitskreis Tübinger Verbindungen (AKTV) veranstaltete „Bürgerfrühschoppen“ statt finden.
Dieser stellt ein identitätsstiftendes Moment für die Tübinger Verbindungen dar.
Man kommt zusammen, trinkt Bier, isst Bratwürste und gibt sich bürgernahe.
Dieser scheinbaren Normalität wollen wir uns entgegen stellen! Denn bei studentischen Verbindungen handelt es sich in der Mehrzahl immer noch um reaktionäre und elitäre Strukturen.
Achtet auf weitere Ankündigungen, checkt unsere Homepage oder die der *[ART]* und lasst uns gemeinsam den „Bürgerfrühschoppen“ zu unserer Party machen!

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

[TÜ] PM zu den Blockaden gegen den „Bürgerfrühschoppen“ der Tübinger Verbindungen

Unabhängig von der Kundgebung versammelten sich um 09:30 Uhr an den beiden Eingängen zum Platz vor der Burse zwei bunte Gruppen von jeweils gut 25 Menschen. Über mitgebrachte Radiogeräte wurde die Sendung der Wüste Welle empfangen und die Durchgänge mit Transparenten versperrt.

Im Laufe der Zeit versammelten sich vor den Blockaden immer mehr Verbindungsmitglieder, bis schlussendlich fast alle BesucherIinnen des „Bürgerfrühschoppens“ frustriert vor den Absperrungen verharren mussten.

Die Blockierer*innen hatten durchweg gute Laune, es wurde zur Musik aus den Radios getanzt und Parolen gerufen, in welchen die Positionen der Verbindungen kritisiert wurden.

Polizei und Ordnungsamt hatten trotz Ankündigung offensichtlich nicht mit Blockaden gerechnet. Es waren zu Beginn nur fünf Polizist*innen und einige Vertreter*innen des Ordnungsamts vor Ort.

Somit konnte der Platz, außer von Mitgliedern der Feuerwehr, auf Grund der Blockaden nicht betreten werden, obwohl der Beginn der Veranstaltung auf 10 Uhr angekündigt war.

Im Laufe der Zeit füllten sich die Straßen vor den Absperrungen jedoch auch mit immer mehr Polizist*innen, so dass die Blockaden ab etwa 11:15 Uhr leider nicht mehr gehalten werden konnten und geräumt wurden.

Hierbei gingen die Beamt*innen nicht gerade zimperlich vor. Diverse Jacken, Brillen und Rucksäcke wurden beschädigt, Menschen gewürgt und Haare heraus gerissen. Einer am Boden liegenden Person wurde, trotz des Hinweises an die Polizist*innen, dass vor ihren Füßen ein Mensch liegt, mit dem Kommentar „Ist mir scheiß egal“, in den Bauch getreten, woraufhin sie einen Kreislaufzusammenbruch erlitt.

Auch nach den Räumungen ließen es sich einige Verbindungskritiker*innen nicht nehmen direkt am Veranstaltungsort ihren Protest zu äußern und den Ablauf durch Pfeifen, Sirenen und Sprechchöre zu stören.

Oberbürgermeister Palmer war natürlich auch mit den Verbindungen vor Ort, hielt auf dem „Bürgerfrühschoppen“ eine Rede und lies es sich, wie zu erwarten, nicht nehmen auf facebook diffamierende Kommentare über die Blockierer*innen von sich zu geben.

Dies reiht sich nahtlos in Palmers rückwärtsgewandte Äußerungen der letzten Zeit ein.

Der Pressesprecher der organisierenden Gruppen, Alex Sofo, äußerte sich erfreut: „Es ist uns gelungen die BesucherInnen des „Bürgerfrühschoppens“ über eine Stunde am Betreten des Platzes zu hindern und dadurch den Beginn der Veranstaltung zu verzögern.

Dadurch haben wir ein deutliches Zeichen gegen das Hofieren studentischer Verbindungen durch die Stadt Tübingen gesetzt. Mit einer größeren Beteiligung an den Blockaden hätte zwar mehr erreicht werden können, trotzdem sind wir motiviert im nächsten Jahr wieder zu kommen und der Normalisierung von reaktionären Positionen entgegenzuwirken.“

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

Bilder


*[ART]* – Antifa Reutlingen Tübingen

Antifaschistische Aktion [Aufbau] Tübingen

[TÜ] Den Bürgerfrühshoppen der Tübinger Verbindungen blockieren!

Sonntag, 14. Mai 2017, 08:30 Uhr, Tübingen: Holzmarkt – Kundgebung

Am 14. Mai 2017 soll wieder einmal der vom Arbeitskreis Tübinger Verbindungen (AKTV) veranstaltete „Bürgerfrühschoppen“ vor der Alten Burse stattfinden. Dieser stellt ein identitätsstiftendes Event für Tübinger Verbindungen dar. Man kommt zusammen, trinkt Bier, isst Bratwürste und gibt sich bürgernah. Der seit 2009 stattfindende Bürgerfrühschoppen wurde als Ersatz für das jährliche „Maisingen“ der Tübinger Verbindungen etabliert, da jenes immer wieder von starken Gegenprotesten begleitet und gestört wurde. Beim „Maisingen“ zogen die Korporierten in einem Fackelmarsch in der Nacht auf den 1. Mai vom Österberg zum Tübinger Holzmarkt. Dabei wurden deutschtümliche Lieder gesungen.
Beim „Bürgerfrüschoppen“ 2015 lobte Boris Palmer, welcher seit Jahren Begrüßungsworte bei selbigem spricht und ein äußerst gutes Verhältnis zu den Tübinger Verbindungen pflegt, dass es in diesem Jahr zu keinen Störungen durch Verbindungskritiker_innen gekommen sei. Dies zeige laut Palmer, dass der „Bürgerfrühschoppen“ nun zur Normalität gehöre. Palmer betreibt diese Normalisierung von Studentenverbindungen im Tübinger Stadtbild nicht nur durch seine Unterstützung des „Bürgerfrühschoppens“, sondern auch, indem er 2016 eine Zusammenarbeit des Stadtmuseums und des AKTVs herstellte, um den Verbindungen eine Ausstellung in eben jenem zu ermöglichen, welche diese sogleich zur eigenen Selbstdarstellung nutzten. Wer in dieser Ausstellung nach einer kritischen und ausgewogenen Betrachtung von Verbindungen suchte, suchte vergeblich.
Dieser scheinbaren Normalität möchten wir uns nun vehement entgegen stellen.
Bei studentischen Verbindungen handelt es sich in der überwiegenden Mehrzahl immer noch um reaktionäre und elitäre Strukturen.
Auf der einen Seite tragen sie dazu bei, die Machtverhältnisse innerhalb unserer kapitalistischen Gesellschaft zu stabilisieren, indem sie als Karrierenetzwerke fungieren, durch welche die Zusammensetzung der herrschenden Eliten geschlossen und konstant gehalten wird. Auf der anderen Seite sind Verbindungen Orte von Sexismus, in denen an veralteten Männer- und Frauenbildern festgehalten wird. Außerdem handelt es sich bei Studentenverbindungen um Institutionen, in denen ihre Mitglieder durch Rituale und Strafen diszipliniert und in ganz bestimmte Rollen eingepasst werden. Es geht um die Vermittlung von patriotischen, sexistischen und auch rassistischen Werten. Außerdem soll die Bereitschaft hergestellt werden, sich als Einzelne_r in jedem Fall der Gruppe unterzuordnen, auch wenn es den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen widerspricht.
Verbindungen festigen also sexistische, rassistische und kapitalistische Machtverhältnisse. Gleichzeitig sind ihre Inhalte oftmals noch reaktionärer als die gesamtgesellschaftlichen Zustände selbst. Dadurch tragen sie einen Teil zum derzeitigen Rechtsruck in Deutschland bei. Damit stehen sie dem Projekt einer emanzipatorischen und gerechten Gesellschaft nicht nur entgegen, sondern stehen viel mehr für eine Zuspitzung von gesellschaftlichen Missständen wie sozialer Ungleichheit, Wohnungsnot und Diskriminierung.
Deshalb ist es wichtig, sich den Studentenverbindungen entgegenzustellen und ihren „Bürgerfrühschoppen“ zu blockieren.
Kommt gerne verkleidet, bringt Dinge mit, um euren Protest auszudrücken und vergesst nicht, tragbare Radiogeräte mitzubringen, damit wir dem „Bürgerfrühschoppen“ ordentlich auf die Nerven gehen können.

Kommt zur Kundgebung, seit laut und bunt!
Lasst elitäre und reaktionäre Verbindungen nicht zur Normalität werden!
Für das Projekt einer solidarischen und emanzipatorischen Gesellschaft!