Archiv der Kategorie 'antifa'

Neue Website

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Liebe Antifaschist*innen,

nachdem uns blogsport über viele Jahre hinweg eine gute Plattform für unseren online Auftritt geboten hat, haben wir nun eine neue (zeitgemäßere) Website.

Ihr findet uns ab sofort online unter: antifa-tuebingen.org

Die antifaschistische Aktion aufbauen!

[KN] Kurzbericht: Antifaschistischer Widerstand gegen „Querdenken“ am Bodensee

Mehrere hundert Menschen beteiligten sich am ersten Oktoberwochenende 2020 an Protesten gegen Aktionen der „Querdenken“-Bewegung in und um Konstanz. Aufgerufen hatte, neben anderen AkteurInnen, das deutsch-schweizer „Welcome to paradise“-Bündnis.

Die Querdenker
Am Wochenende rund um densogenannten „Tag der deutschen Einheit“ am 3. Oktober demonstrierten CoronaleugnerInnen, Eso-Freaks und rechte unterschiedlichster Couleur mit einer Menschenkette und mehreren Kundgebungen für ihre vermeintlich verlorengegangenen Freiheiten. Im Gesamten nahmen über 10.000 Menschen an den rechts-offenen aber auch teils wirren Veranstaltungen teil. Eindrücklich war die hohe Beteiligung aus der Schweiz. Auffällig wie zuvor beim „Querdenken“-Publikum war, dass es sich größtenteils um kleinbürgerliche Schichten handelt, hinter deren „verlorenen Freiheiten“ Verlustängste der eigenen Privilegien und die Angst, im Zuge derWirtschaftskrise gesellschaftlich abzurutschen, stehen. Auch in Konstanz waren so erneut antisemitische Verschwörungstheorien von „dunklen Mächten“ Teil des „Querdenken“-Auftritts. „Querdenken“-Kopf Michael Ballweg sprach am 4. Oktober zuerst in Karlsruhe um später in Konstanz eine weitere Großdemo zum Jahresende in Berlin anzukündigen.
Auch wenn die Stadt Konstanz im Vorfeld das Zeigen von Reichskriegsfahnen verboten hatte, nahmen wieder zahlreiche Nazis und andere organisierte Rechte an der Querdenken-Kundgebung teil. So war beispielsweise, wie auch zuvor auf anderen „Querdenken“-Aktionen, das Compact-Magazin mit einem eigenem Stand vertreten. Trotz immer wirrerer Aussagen von Köpfen der „Querdenken“-Bewegung, stellt diese weiterhin eine Plattform dar, auf der offen auftretende Rechte akzeptierter Bestandteil sind und die Veranstaltungen zur Vernetzung nutzen können.

Die Gegenproteste
Bereits am Samstag beteiligten sich etwa 150 Menschen an einer Kundgebung des „Welcome to paradise“-Bündnis in der Konstanzer Innenstadt gegen die parallel stattfindende Menschenkette der „Querdenker“.
Spektrenübergreifend aber klar antikapitalistisch ausgerichtet war dann die Hauptaktion des „Welcome to paradise“-Bündnis, eine Demonstration am Sonntagmittag. Auf der Auftaktkundgebung beleuchteten unterschiedliche Redebeiträge die AkteurInnen der lokalen „Querdenken“-Gruppe und deren Verstrickung in die extreme Rechte. Gleichzeitig wurde auch eine linke Kritik an den aktuellen Zuständen formuliert. Hier knüpfte ein gemeinsamer Redebeitrag verschiedener Antifa-Gruppen aus dem Südwesten an, der als Antwort auf die „Corona-Bewegung“ die Notwendigkeit eines breiten und konsequenten, aber deutlich klassenkämpferischen Antifaschismus in den Vordergrund stellte.

Im Anschluss an die Auftaktkundgebung zogen etwa 400 Menschen aus Deutschland und der Schweiz gemeinsam lautstark durch Konstanz. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent und begleitete die Demo im Spalier, konnte jedoch nicht verhindern das einige Rauchtöpfe die Stimmung der Demo untermalten.

Der antifaschistische Widerstand suchte sich deswegen im Anschluss an die Demo unterschiedliche Wege. Knapp 150 AntifaschistInnen unternahmen einen Blockadeversuch direkt am Zugang zum Kundgebungsgelände „Klein-Venedig“, wurden dort aber nach kurzer Zeit von der Polizei mit Pfefferspray, Knüppeln und Pferden angegriffen und in Richtung Bahnhof zurückgedrängt.
Einen anderen Weg nahmen knapp 60 AntifaschistInnen die parallel dem Wohnort des IB-Ortsgruppenleiters Dominik Böhler in KN-Wollmatingen einen Besuch abstatteten und nach einer Spontandemo das Wohnhaus des Nazis mit Farbe markierten und Outingplakate im Viertel hinterließen.

Auch auf der „Querdenken“-Veranstaltung selbst war Widerstand zu spüren. So musste die Kundgebung wegen einer hinter die Bühne geworfenen Rauchbombe zeitweilig unterbrochen werden.

Darüber hinaus kam es am gesamten Wochenende zu unterschiedlichen Demonstrationen gegen die „Coronademos“ die aber hauptsächlich die Verteidigung der Infektionsschutzmaßnahmen der Regierung in den Vordergrund stellten. So riefen u.a. Linkspartei, Volt und CDU gemeinsam zu Aktivitäten auf.

Kurzes Fazit

„Querdenken“ ist als politische Kraft weiter mobilisierungsfähig, auch wenn die Beteiligung in Konstanz im Vergleich zu den Veranstaltungen in Berlin und Stuttgart abgenommen hat. Die Bewegung um Michael Ballweg wird so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden, aber sich auch nicht dauerhaft als politische Kraft etablieren. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere die Rechte von den Massenaufläufen profitieren will und auch wird.
Um dagegen zu halten tut die antifaschistische Bewegung gut daran Kräfte zu bündeln und auch Mobilisierungen in die „toten Winkel“ der Republik zu unterstützen. Klar ist aber auch: Mit klassischem Gegenprotest ist der rechts-offenen Massenbewegung nicht bei zu kommen. Funktionierende Antworten müssen hier praktisch und inhaltlich weiter greifen als bei traditionellen Anti-Nazi-Protesten: Klare, linke Antworten auf die Krise sind genauso Bestandteil einer klassenkämpferischen und antifaschistischen Strategie gegen „Querdenken“ wie das konsequente Vorgehen gegen die organisierte Rechte die auf den Zug der „Corona-Demos“ aufgesprungen ist.

Zum weiterlesen:

– Landesweiter Aufruf antifaschistischer Gruppen: https://antifavs.noblogs.org/ihre-freiheit-ist-eine-luege/

– Querdenken711 und seine rechten Akteure – ein Nachtrag: https://www.antifa-stuttgart.org/2020/10/querdenken711-und-seine-rechten-akteure-ein-nachtrag/

- Bündnis „Welcome to Paradise“: https://welcometoparadise.noblogs.org/

04.10: Gegen Querdenken in Konstanz: Zugtreffpunkt aus Tübingen

Am 04. Oktober fahren wir gemeinsam nach Konstanz zu den Protesten gegen die Kundgebung von Querdenken 0711.

Zugtreffpunkt aus Tübingen:
Sonntag, 04.10.
09:15 Uhr, Tübingen HBF

Teilt den Treffpunkt gerne über eure Kanäle und fahrt gemeinsam mit uns nach Konstanz um gegen rechte Hetze und Verschwörungsmythen aktiv zu werden!

[Konstanz] 04.10.: Ihre Freiheit ist eine Lüge! – Gemeinsam gegen die Kundgebung von Querdenken!

Ihre Freiheit ist eine Lüge!
Klassenkampf statt rechter Hetze & Verschwörungsmythen!
Am 4. Oktober 2020 auf nach Konstanz – Gemeinsam gegen die Kundgebung von „Querdenken“

Auch in Tübingen haben wir eine lokale Querdenkengruppe, umso wichtiger, dass wir am 04. Oktober nach Kostanz fahren und zeigen: Kein Querdenken, keine Hygienedemo keine Corona-Rebellen in Baden-Württemberg ohne unsere Protest!
Es folgt ein gemeinsamer Treffpunkt aus Tübingen!

Nach Großdemos in Stuttgart und Berlin plant die verschwörungstheoretische Gruppe „Querdenken“ am 4. Oktober 2020 eine Großkundgebung in Konstanz, am Tag davor ist eine Menschenkette um den Bodensee angedacht. Zur Feier des geschichtsträchtigen 3. Oktober soll es dabei um „Weltfrieden“ gehen und darum, die Menschen zusammenzubringen.
Was auf den ersten Blick nett und vernünftig klingt, wird falsch und gefährlich, wenn dieser offene Rahmen nicht mit klaren Vorschlägen und Perspektiven für den Aufbau einer besseren Welt gefüllt wird und dadurch nicht in der Lage ist sich gegen Einflussnahme aus dem rechten Lager abzugrenzen. Das gilt insbesondere dann, wenn nicht nur ImpfgegnerInnen, VerschwörungstheoretikerInnen und Esoterik-Freaks zusammen kommen, deren Angstmacherei und Selbstbeschäftigung niemals einen Krieg verhindern oder eine Lösung der sozialen Frage hervorbringen wird. Sondern auch, wenn darüber hinaus ein breites Spektrum der rechten Bewegung die Veranstaltung in ihrem Sinne zu nutzen weiß. Es gilt einzugreifen, wenn der Reichsbürgerszene, Kameradschaftsnazis und der AfD massenhaft eine Plattform geboten wird.
Auch wenn die großspurigen Ankündigungen von mehreren zehntausend „Querdenkenden“ am Bodensee von Seiten des Veranstalters reines Wunschdenken sind – eine Großveranstaltung mit vielen tausend Menschen ist in jedem Fall zu erwarten.

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[Konstanz] 04.10. : Ihre Freiheit ist eine Lüge! – Gemeinsam gegen die Kundgebung von Querdenken!

Ihre Freiheit ist eine Lüge!
Klassenkampf statt rechter Hetze & Verschwörungsmythen!
Am 4. Oktober 2020 auf nach Konstanz – Gemeinsam gegen die Kundgebung von „Querdenken“

Auch in Tübingen haben wir eine lokale Querdenkengruppe, umso wichtiger, dass wir am 04. Oktober nach Kostanz fahren und zeigen: Kein Querdenken, keine Hygienedemo keine Corona-Rebellen in Baden-Württemberg ohne unsere Protest!
Es folgt ein gemeinsamer Treffpunkt aus Tübingen!

Nach Großdemos in Stuttgart und Berlin plant die verschwörungstheoretische Gruppe „Querdenken“ am 4. Oktober 2020 eine Großkundgebung in Konstanz, am Tag davor ist eine Menschenkette um den Bodensee angedacht. Zur Feier des geschichtsträchtigen 3. Oktober soll es dabei um „Weltfrieden“ gehen und darum, die Menschen zusammenzubringen.
Was auf den ersten Blick nett und vernünftig klingt, wird falsch und gefährlich, wenn dieser offene Rahmen nicht mit klaren Vorschlägen und Perspektiven für den Aufbau einer besseren Welt gefüllt wird und dadurch nicht in der Lage ist sich gegen Einflussnahme aus dem rechten Lager abzugrenzen. Das gilt insbesondere dann, wenn nicht nur ImpfgegnerInnen, VerschwörungstheoretikerInnen und Esoterik-Freaks zusammen kommen, deren Angstmacherei und Selbstbeschäftigung niemals einen Krieg verhindern oder eine Lösung der sozialen Frage hervorbringen wird. Sondern auch, wenn darüber hinaus ein breites Spektrum der rechten Bewegung die Veranstaltung in ihrem Sinne zu nutzen weiß. Es gilt einzugreifen, wenn der Reichsbürgerszene, Kameradschaftsnazis und der AfD massenhaft eine Plattform geboten wird.
Auch wenn die großspurigen Ankündigungen von mehreren zehntausend „Querdenkenden“ am Bodensee von Seiten des Veranstalters reines Wunschdenken sind – eine Großveranstaltung mit vielen tausend Menschen ist in jedem Fall zu erwarten.

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Razzia gegen Roten Aufbau – Kampf der Klassenjustiz!

Wir dokumentieren im Folgenden Berichte und Statements der Plattform Perspektive Kommunismus und erklären uns solidarisch mit dem Roten Aufbau Hamburg:

AKTUELL: Razzia gegen Roten Aufbau – Kampf der Klassenjustiz!

Heute Morgen kam es bundesweit zu 27 Hausdurchsuchungen. Über 200 Cops, Staatsschutz und SEK-Einheiten waren an der großangelegten Aktion beteiligt. Neben 24 Durchsuchung in Hamburg fanden Durchsuchungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen statt. 22 GenossInnen wird vorgeworfen Mitglieder vom Roten Aufbau Hamburg zu sein. Grundlage ist ein Verfahren gegen den Roten Aufbau wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung nach Paragraph 129. In der Begründung heißt es u.a., der Rote Aufbau wolle “die freiheitlich demokratische Grundordnung durch ein sozialistisches System ersetzen, das von einer kommunistischen Arbeiterpartei geführt werde”.

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Schützen wir uns gegenseitig: Repression ins Leere laufen lassen!



Hier findet ihr das Flugblatt als pdf zum Selbstausdrucken. Es ist gedacht als Diskussionsgrundlage für eure Gruppen, für Projekte und Zentren, für WGs und zur Diskussion mit euren Freund*innen: FLUGBLATT

Am Morgen des 02. Juli 2020 durchsuchten die Bullen Wohnungen im Großraum Stuttgart, Tübingen und Karlsruhe. Seit dem sitzt unser Genosse Jo in Stammheim in U-Haft. Begründet wurden die Razzien mit einer Auseinandersetzung zwischen Antifaschist*innen und drei Faschisten des Vereins „Zentrum Automobil“. Diese waren auf dem Weg zu einer der Corona-Demos auf dem Canstatter Wasen, als konsequente Antifas ihnen dies verunmöglichten.

Hinter „Zentrum Automobil“ steckt ein faschistischer Verein, der sich zwar selbst Gewerkschaft nennt, damit aber absolut nichts zu tun hat. Deren eigentlicher Zweck, der Schutz von Rassisten und Nazis in den Betrieben, wird nie vereinbar sein mit dem Kampf für die Rechte von uns Arbeiter*innen.

Weitere Informationen zum „Zentrum Automobil“ findet ihr auf den Websites der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Stuttgart und der Antifaschistischen Perspektive Ludwigsburg / Rems-Murr.

Getroffen hat es am Donnerstag letzte Woche acht Genoss*innen aus Baden-Württemberg. Doch gemeint hat dieser Angriff uns alle. Besonders im Zuge des aktuellen Rechtsrucks und der sich immer weiter verschärfenden kapitalistischen Krise, verwundert es wenig, dass fortschrittliche und revolutionäre Kräfte klein gehalten und eingeschüchtert werden sollen. Daraus ergibt sich für uns die Einsicht, dass auch und vor Allem diejenigen, die nicht persönlich von den Durchsuchungen betroffen sind, die Verantwortung tragen, der staatlichen Repression kollektiv und solidarisch zu begegnen. Denn: Die Durchsuchungen sind ein Angriff auf die gesamte antifaschistische Bewegung in Baden-Württemberg.

Der Repressionsdruck hat sich in den vergangenen Wochen spürbar erhöht. Ziel dieser Repression ist es vor allem, Exempel zu statuieren und damit junge Aktivist*innen abzuschrecken, ihren Worten auch ganz praktisch Taten folgen zu lassen. Einzelne sollen unter Druck gesetzt, verunsichert und aus der Bewegung gelöst werden.
Das bedeutet für uns alle, dass wir das Thema „Absicherung unserer Strukturen“ nach wie vor im Blick behalten müssen, wenn nicht sogar verstärkt mit allen Genoss*innen, Gefährt*innen, Mitbewohner*innen und Freund*innen diskutieren sollten. Denn hat unsere Sicherheit Lücken, ist auch die Repression nicht weit. Egal ob wir in Gruppen organisiert sind oder nicht, ob wir in einem linken Wohnprojekt wohnen oder ab und an mal auf eine Demo gehen: Wenn wir uns in linken Kreisen bewegen, tragen wir die Verantwortung uns gegenseitig zu schützen. Beispielsweise indem wir uns bewusst machen, dass die Räume, in denen wir uns bewegen keine Sicheren sind, in dem wir Anquatschversuche der Cops konsequent abwehren und auch andere darauf hinweisen, wenn sie ins Labern und Tratschen kommen. Tun wir das nicht, verraten wir am Ende unsere wichtigste Grundlage: die Solidarität!

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Ein gemeinsamer Kampf: Gewerkschaften und antifaschistische Bewegung können nur gemeinsam erfolgreich sein!

Frühsommer 2020 in Stuttgart: Nazis der „Identitären Bewegung“ klettern auf das Stuttgarter Gewerkschaftshaus, um medienwirksam gegen den DGB zu hetzen – kurz zuvor versuchte die faschistische Scheingewerkschaft „Zentrum Automobil“ GewerkschafterInnen und KollegInnen, die sie als Teil ihres Feindbildes „Antifa“ begreift, in der Öffentlichkeit zu brandmarken.

Propaganda und Drohungen von Rechts gegen diejenigen, die sich für die Interessen von Belegschaften einsetzen und sich gegen rassistische Spaltung wehren, sind aber nichts Neues in der Geschichte. Und wohin das führen kann, wissen wir: Heute beginnt es mit einer Propaganda-Besetzung des Stuttgarter DGB-Hauses, das dem Antifaschisten und KZ-Gefangenen Willi Bleicher gewidmet ist. Am 2. Mai 1933 endete es mit der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser durch die SA und die Festnahme der GewerkschafterInnen. Es liegt an uns, die Warnsignale frühzeitig zu erkennen und zu handeln!
Im aktuellen Fall veröffentlichen Faschisten die Namen ihrer GegnerInnen in einem Internet-Posting. Zehntausende weitere Namen von NazigegnerInnen haben bewaffnete Nazistrukturen wie der NSU, das Hannibal-Netzwerk und die Gruppe „Nordkreuz“ auf Todeslisten gesammelt. Wir müssen jetzt zusammenhalten – Solidarität und Stärke zeigen!

Die rechte Scheingewerkschaft „Zentrum Automobil“ versucht sich schon seit längerem mit faschistischen Parolen in der Daimler-Belegschaft zu verankern. Jetzt nutzen sie eine Straßenauseinandersetzung, die sich am Treffpunkt der FaschistInnen für eine Demonstration ereignete und bei der eines ihrer Mitglieder erheblich verletzt wurde, um gegen Gewerkschaften Stimmung zu machen.
Ein kurzer Überblick reicht aus, um zu verstehen, mit was für einer Organisation wir es hier zu tun haben: Ihr Kopf, Oliver Hilburger spielte zwei Jahrzehnte lang in der Naziband „Noie Werte“, die den Soundtrack für das NSU-Bekennervideo lieferte und hatte persönlichen Kontakt zu einem Waffenbeschaffer der Naziterroristen. Er trat bei „Pegida“ in Dresden auf und arbeitet heute eng mit den Nazis der „Identitären Bewegung“ und dem Höcke-Flügel der „AfD“ zusammen. An seiner Seite: Rico Heise aus den Kreisen des internationalen Nazi-Netzwerks „Blood & Honour“, sowie Hans Jaus, ehemaliger Schatzmeister der offen faschistischen „Wiking-Jugend“ und etlichen weiteren Verbindungen in die Naziszene. „Zentrum Automobil“ versucht, sich als bodenständige Betriebsorganisation zu tarnen. Doch ihre führenden Mitglieder rekrutieren sich aus gewalttätigen Nazikreisen und pflegen Kontakte bis hin zum Rechtsterrorismus. Dass diese in gewalttätige Auseinandersetzungen verstrickt werden, ist deshalb alles andere als verwunderlich.

Den FaschistInnen geht es jetzt um klare Machtpolitik. „Zentrum Automobil“ präsentiert sich in einem weitverzweigten rechten Mediennetzwerk, in Videos und Solidaritätsaufrufen, als unschuldiges Opfer, sammelt Gelder und markiert mit der Online-Veröffentlichung von Namen und Bildern gleichzeitig die politischen Feinde. Die aufgeführten GewerkschafterInnen und KollegInnen stehen den FaschistInnen nicht nur wegen ihrer antifaschistischen Haltung im Weg, sondern gerade auch weil sie eine authentische Betriebspolitik im Interesse der Belegschaft umsetzen. Eine klassenkämpferische und solidarische Haltung unter den KollegInnen ist das genaue Gegenteil ihrer leeren Versprechungen und ständigen Hetze gegen Linke und Gewerkschaften.

Es ist lächerlich, dass die Rechten vorgeben, durch das Outing die „Verstrickungen“ von GewerkschafterInnen und antifaschistischer Bewegung aufzudecken. Die „Verstrickungen“ sind schließlich nichts, was man aus dem Verborgenen aufdecken müsste! Es gibt eine offene und solidarische Zusammenarbeit zum Beispiel in Bündnissen, die schon seit hundert Jahren besteht. Diese wird gerade in Zeiten von AfD, verstärkter rechter Betriebspolitik und diffusen rechten Massenveranstaltungen immer wichtiger. Antifaschismus ist ein Grundpfeiler gewerkschaftlicher Arbeit. Das steht nicht nur im Programm des DGB, es ist auch eine klare Konsequenz aus der Vergangenheit: Nie wieder darf sich die ArbeiterInnenbewegung entmachten und zerschlagen lassen!
Und auch die von „Zentrum“ in ihrem anklagenden Posting veröffentlichten Fotos zeigen eine solidarische Zusammenarbeit verschiedener AntifaschistInnen in der Öffentlichkeit, bei der es um die Unterstützung eines Daimler-Kollegen ging, der von zwei Rassisten systematisch mit NS-Propaganda bedroht wurde. „Zentrum“ unterstützte die beiden Täter mit einer öffentlichen Kampagne und vor dem Arbeitsgericht.

Es ist keine Überraschung, dass auch die „Identitäre Bewegung“ den Kampf von „Zentrum“ gegen die DGB-Gewerkschaften jetzt mit einer eigenen Aktion aufgreift. Sie sind nicht die ersten FaschistInnen, die in den vergangenen Jahren gezielt Gewerkschaftsstrukturen angegriffen haben: 2009 attackierten über 300 Nazis die 1. Mai-Demonstration des DGB in Dortmund mit Steinen, Flaschen, Feuerwerkskörpern und Holzlatten, unter ihnen auch der spätere Mörder von Walter Lübcke. 2015 stürmten 50 Nazis mit einer Kommandoaktion die DGB-Kundgebung am 1. Mai in Weimar, schlugen die TeilnehmerInnen mit Fahnen und Schildern und kaperten kurzzeitig das Mikrofon der Lautsprecheranlage für faschistische Parolen.
Gewaltsame Übergriffe auf Gewerkschaftsveranstaltungen sind dabei nur die konsequente Weiterführung der „Zentrum“ Politik: Rechte Stimmungen in Betrieben erzeugen, auffangen, über die Werkstore hinaus bestärken und den Rechtsruck in Zeiten von Krise und Unsicherheit anheizen. Wer bei ihnen nach Lösungen und Perspektiven für die aktuellen Probleme der ArbeiterInnen in der kapitalistischen Produktion sucht, geht leer aus. Keine Ansätze von konkretem Widerstand gegen den massenhaft angekündigten Stellenabbau. Keine Kritik daran, dass die notwendige technische Transformation der Automobil-Industrie auf dem Rücken der ArbeiterInnen durchgesetzt werden soll. Stattdessen Hetze gegen Gewerkschaften, Leugnung des Klimawandels und Hochglanz-Videos, um große Unterstützung für die eigene kleine Nazi-Clique zu bekommen.

Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen. Und dieses Verbrechen darf niemals wieder zugelassen werden. Daran gibt es nichts zu diskutieren. Es ist nicht nur eine Frage der Menschlichkeit, sondern auch die Frage nach der Rolle, die wir in dieser Gesellschaft spielen wollen: Wollen wir uns das Recht nehmen lassen, selbstbestimmt für unsere Rechte und sozialen Interessen einzustehen und zu kämpfen? Wollen wir ein weiteres Mal in diesem Land im nationalistischen Taumel zwischen den rechten Hetzern und dem Profitstreben von Unternehmen zerrieben werden? Das darf nicht passieren und dafür reicht es nicht aus, Flagge zu zeigen. Wir müssen uns der Auseinandersetzung stellen: Aktive Gegenwehr überall dort, wo faschistische Tendenzen sichtbar werden! Handfest auf der Straße und klar orientiert an den sozialen Gemeinsamkeiten und Kämpfen derjenigen, die vom deutschen Kapital in Unsicherheit, Arbeitslosigkeit und Armut gestürzt werden. Wir müssen Verantwortung übernehmen:

> Keine Spaltungen in der antifaschistischen Bewegung! Antifaschistische Strukturen, die den politischen Kampf gegen Rechts auf verschiedenen Ebenen organisieren, sind ebenso notwendig, wie eine klare antifaschistische Politik in Betrieb und Gewerkschaft. Die Formen und Mittel unseres Kampfes und auch unsere Einschätzungen gehen immer wieder auseinander. Wenn wir diese Widersprüche aber immer wieder an konkreten Fällen untersuchen und offen diskutieren, wenn unsere Aktivitäten verschiedene politische und aktionistische Ebenen beinhalten, dann muss uns das nicht zwangsläufig bremsen, sondern kann zu einem Motor der Zusammenarbeit werden. Dafür brauchen wir einen aufrichtigen, solidarischen Umgang miteinander. Das muss oberste Priorität haben!

> Solidarität unter all denjenigen, die für soziale Perspektiven in Betrieben und in der Gesellschaft einstehen! Wir stehen vor und hinter den KollegInnen, die „Zentrum Automobil“ mit ihrer Hetze ins Fadenkreuz genommen hat!

> Verstecken wir uns nicht! Den Lügen und Verschwörungstheorien von Rechts begegnen wir am besten, indem wir jetzt dort zusammen kämpfen und Verantwortung übernehmen, wo die aufkommende Krise die Menschen trifft, verunsichert und wütend macht: Für unsere Interessen in Betrieben und Stadtvierteln, für eine Gesundheitsversorgung jenseits von Profit und Gewinn, für eine Wirtschaft die den Planeten nicht weiter zerstört, gegen die Ungleichbehandlung und Unterdrückung von Frauen!

Für Solidarität und Klassenkampf!
Für eine vielfältige antifaschistische Bewegung!

Antifaschistische Aktion Karlsruhe
Antifaschistische Aktion (Aufbau) Mannheim
Antifaschistischer Aufbau München
Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart
Antifaschistische Aktion Südliche Weinstraße
Antifaschistische Aktion [Aufbau] Tübingen
Antifaschistische Aktion [O] Villingen-Schwenningen
Antifaschistische Perspektive Ludwigsburg / Rems-Murr

Im Juni 2020

[Worms] Den „Tag der deutschen Zukunft“ begraben!

Dieses Jahr findet der faschistische „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) am 06. Juni in Worms statt. Das ist kein Zufall, denn die Stadt hat mit ihren vergangenen Naziaufmärschen schon Tradition. Alle paar Jahre wiederholen sich faschistische Aufmärsche in der Stadt – u.A. sind bereits die Mitglieder des NSU 1996 auf einer Nazi-Demo in Worms mitmarschiert. Der TddZ war früher der größte, regelmäßig stattfindende Nazi-Aufmarsch Deutschlands. Jedes Jahr wurde das Event von massiven antifaschistischen Protesten angegangen – so konnte es Jahr für Jahr in die Bedeutungslosigkeit gedrängt werden. Als Konsequenz wurde der TddZ 2020 in Worms als der letzte „Tag der deutschen Zukunft“ angekündigt. Scheint so als hätte sich die „deutsche Zukunft“ aus Sicht der Nazis fürs Erste erledigt. Umso wichtiger, dass wir dem TddZ eine krachende Beerdigung bieten! Dafür hat sich bereits vor längerer Zeit das Blockade-Bündnis BlockTddZ gegründet, an dem auch wir uns beteiligen, um gemeinsam mit verschiedenen Gruppierungen den Nazi-Aufmarsch erheblich zu stören.

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Höchste Zeit zu Handeln! Einschätzung und Vorschläge zum Umgang mit den Corona-Demos

Seit einigen Wochen formiert sich, angetrieben vom Unmut über die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, in vielen Städten der Bundesrepublik eine neue politische Bewegung. Sie nennen sich „Hygiene-Demo“, „Widerstand2020“, „Corona-Rebellen“ oder „Querdenken“. Nicht alle Gruppen sind vernetzt oder beziehen sich aufeinander, dennoch teilen sie mehr als den diffusen Unmut. Es sind vor allem das von Abstiegsängsten geplagte Kleinbürgertum und (kulturell) abgehängte Teile der Unterschicht, die sich hier mit allerhand reaktionären politischen Randgruppen auf der Straße treffen.

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