Archiv für Februar 2013

[PF]: Erfolgreicher Protest gegen Nazimahnwache

Im Folgenden dokumentieren wir einen ersten Bericht des AABS zu den antifaschistischen Protesten auf dem Wartberg am 23.02.:

++ mehr als 1000 An­ti­fa­schis­tIn­nen schrän­ken ge­plan­te Mahn­wa­che mas­siv ein ++ an­ti­fa­schis­ti­sche Spontan­de­mons­tra­ti­on trotz Ver­bot von der In­nen­stadt auf dem Wart­berg ++ Men­schen-​ und Ma­te­ri­al­blo­cka­den an allen Auf­gän­gen zum Wart­berg ++ nur etwa 95 Fa­schis­ten bei der Mahn­wa­che – eine eben­so star­ke Grup­pe hat die Mahn­wa­che nicht er­reicht ++ über­mä­ßi­ger Ein­satz von Pfef­fer­spray und Schlag­stö­cken sorgt für meh­re­re Ver­letz­te ++

Der 23. Fe­bru­ar in Pforz­heim ist in die­sem Jahr seit lan­gen kein Tag der ent­spann­ten Na­zi­mahn­wa­che ge­we­sen. Der lan­des­es­wei­ten Mo­bi­li­sie­rung folg­ten über tau­send An­ti­fa­schis­tIn­nen aus ganz Ba­den-​Würt­ten­berg. Be­reits ab 15.​30 Uhr sam­mel­ten sich meh­re­re hun­dert Teil­neh­me­rIn­nen an einer an­ti­fa­schis­ti­schen Kund­ge­bung der ‚In­itia­ti­ve gegen Rechts (IGR)‘ am Pforz­hei­mer Hbf, dort wurde u.a. ein ge­mein­sa­mer Re­de­bei­trag des An­ti­fa­schis­ti­schen Ak­ti­ons­bünd­nis Stutt­gart & Re­gi­on und der Grup­pe aler­ta Pforz­heim ver­le­sen. Da die von der IGR an­ge­kün­dig­te De­mons­tra­ti­on be­reits im Vor­feld ab­ge­sagt wurde, nutz­ten die knapp 600 An­ti­fa­schis­tIn­nen die Gunst der Stun­de und zogen in einer ent­schlos­se­nen Spontan­de­mons­tra­ti­on in Rich­tung Wart­berg. Die An­ord­nung der Po­li­zei keine lin­ken Ak­ti­vi­tä­ten ab der Nord­stadt zu­zu­las­sen wurde igno­riert und der Pro­test er­folg­reich bis kurz vor die Aus­sichts­platt­form ge­tra­gen.

Der Wart­berg, ein­ge­hüllt in Flut­licht, um­schlos­sen von Bau­zäu­nen sowie Ham­bur­ger Git­tern und Pfer­de­staf­feln, glich einer Fes­tung die letzt­end­lich nur dazu dien­te den Nazis den Weg zu ebnen. Trotz­dem waren bis 18 Uhr alle re­le­van­ten Zu­fahr­ten durch Men­schen oder Ma­te­ri­al blo­ckiert. Ma­te­ri­al­blo­cka­den die kur­zer­hand aus um­lie­gen­den Schre­ber­gär­ten zu­sam­men­ge­tra­gen wur­den sorg­ten eben­so wie meh­re­re 100 An­ti­fa­schis­tIn­nen die kon­zenz­triert ope­rier­ten und klei­ne­re Be­zugs­grup­pen, die um den Berg her­rum agier­ten für eine Si­tua­ti­on die eine fak­ti­sche Blo­cka­de aller Zu­fahrts­we­ge zum Wart­berg dar­stell­te.

Die­ser ent­schlos­se­ne Pro­test führ­te dazu, dass über die Hälf­te der an­ge­reis­ten Nazis nicht in Pforz­heim de­mons­trier­ten, son­dern in Mühla­cker auf einem Bahn­hofs­vor­platz eine Er­satz­kund­ge­bung ab­hal­ten muss­ten. Immer wie­der wur­den klei­ne­re Na­zi­grup­pen durch die er­rich­te­ten Blo­cka­den und dem an­ti­fa­schis­ti­schen En­ga­ge­ment daran ge­hin­dert an der ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­schen Mahn­wa­che teil­zu­neh­men. Lange Zeit waren nur 20 Nazis auf dem Wart­berg, die be­reits seit dem frü­hen Nach­mit­tag dort in der Kälte ver­harr­ten.
Nichts­des­to­trotz be­tä­tig­te sich die Po­li­zei als Hel­fers­hel­fe­rin der Nazis und ge­lei­te­te eine grö­ße­re Grup­pe über klei­ne Schleich­we­ge durch die Hänge des Wart­bergs auf den Kund­ge­bungs­platz. Am Ende der Mahn­wa­che waren es zwar 95 Fa­schis­ten, die es ver­spä­tet auf die Au­s­ichts­platt­form schaff­ten – je­doch weit we­ni­ger als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren und nicht ein­mal die Hälf­te der an die­sem Tag an­ge­reis­ten Nazis.

Der be­reit­wil­li­ge Ein­satz von Schlag­stö­cken und Pfef­fer­spray sei­tens der Po­li­zei führ­te zu Ver­let­zun­gen und ei­ni­gen Kran­ken­haus­auf­ent­hal­ten aber nicht zur Ver­hin­de­rung an­ti­fa­schis­ti­schen Pro­tests.

Seit 2013 steht der 23. Fe­bru­ar also wie­der in der an­ti­fa­schis­ti­schen Jah­res­pla­nung. Auch wenn das Ziel die Fa­ckel­mahn­wa­che zu ver­hin­dern nicht kom­plett er­reicht wurde, so hat ent­schie­de­ner Pro­test den ers­ter Er­folg seit 10 Jah­ren am Wart­berg er­mög­licht. Die so­li­da­ri­sche Zu­sam­men­ar­beit ver­schie­de­ner po­li­ti­scher Spek­tren hat Ent­so­li­da­ri­sie­rungs­ver­su­chen ent­ge­gen­ge­wirkt und einen ef­fek­ti­ven Pro­test auf dem Wart­berg er­mög­licht.
Wie­der ein­mal hat sich ge­zeigt das der Pro­test gegen Na­zi­auf­mär­sche or­ga­ni­siert und struk­tu­riert sein muss – kom­bi­niert mit der ei­ge­nen Fle­xi­bi­li­tät er­mög­licht es auch einem zah­len­mä­ßig weit über­le­ge­nen Re­pres­si­ons­ap­pa­rat etwas ent­ge­gen­zu­setz­ten und Er­fol­ge zu er­rin­gen. Daran gilt es an­zu­knüp­fen: Ob in Pforz­heim, Göp­pin­gen oder Heil­bronn – Na­zi­auf­mär­sche ver­hin­dern, die an­ti­fa­schis­ti­sche Be­we­gung or­ga­ni­sie­ren!

An­ti­fa­schis­ti­sches Ak­ti­ons­bünd­nis Stutt­gart & Re­gi­on, 23.​02.​2013

[PF]: Zwei Nazis an ihrem Wohnort geoutet!

Dokumentation eines Artikels von linksunten.indymedia:

Am Abend des Aschermittwochs, am 13. Februar, haben wir parallel zueinander die zwei Faschisten Silvio Covaglia und Daniela Mössner in ihrer Nachbarschaft in Pforzheim geoutet. Zeitgleich zogen Demonstrationen vor die Wohnungen der Neonazis, machten mit Transparenten, Fahnen, antifaschistischen Parolen und Pyrotechnik auf sich aufmerksam. Im Wohngebiet um die Naziwohnungen herum wurden Flugblätter in Briefkästen verteilt. Vor der Haustür der Faschisten wurden die Nachbarinnen und Nachbarn per Rede über ihre braunen Nachbarn informiert und mit Sprühfarbe ein schriftlicher Hinweis über die menschenverachtende Ideologie der Faschisten auf dem Boden hinterlassen.

Am 23. Februar veranstaltet der faschistische „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ seit nunmehr 20 Jahren die größte, regelmäßig öffentlich stattfindende faschistische Veranstaltung in Baden-Württemberg, auf dem Wartberg. Dort Treffen sich Neonazis aus ganz Baden-Württemberg, vernetzen sich und versuchen die Bombardierung Pforzheims 1945 für ihre menschenverachtende Propaganda zu nutzen. Seit Jahren versuchen Polizei und Stadt jeglichen Protest gegen die Nazis im Keim zu ersticken und zu kriminalisieren.

Letztes Jahr nahmen an der faschistischen Kundgebung unter anderem der mittlerweile verurteilte rechte Gaspistolenschütze aus Leonberg, Sebastian Elsner und Neonazis mit Kapuzenpullis der „Standarte Württemberg“ teil. Bei Hausdurchsuchungen bei der „Standarte Württemberg“ fand das LKA ein größeres Waffenarsenal, darunter auch einige Schusswaffen.

Diese Beispiele verdeutlichen den engen Zusammenhang der Nazimahnwache auf dem Wartberg und den Gewalttaten der Faschisten in der Region.

Wir können uns beim antifaschistischem Kampf nicht auf staatliche oder juristische Institutionen verlassen oder uns mit symbolischem Protest zufrieden geben. Wir müssen uns zusammenschließen und selbst aktiv handeln. Es gilt Faschisten und ihre Strukturen offenzulegen, an die Öffentlichkeit zu zerren und entschlossen zu bekämpfen!

Dieses Jahr fällt der 23. Februar auf einen Samstag – ein Grund mehr an diesem Tag aktiv zu werden und den Nazis ihr widerliches Gedenken entschlossen und solidarisch zu vermiesen.

Auf nach Pforzheim am 23. Februar! Kein Vergeben, kein Vergessen – Nazis haben Namen und Adressen!

[PF]: …NICHT LANGE FACKELN!

23. Februar: Naziaufmarsch, städtisches Gedenken, Antifaschistische Aktion
Anlässlich der Bombardierung Pforzheims am 23. Februar 1945 durch die englische Luftwaffe soll dort dieses Jahr am Jahrestag der Bombardierung wieder ein faschistisches Gedenken stattfinden. Seit 1994 organisiert der Pforzheimer Verein „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ auf dem Wartberg jährlich eine Fackelmahnwache zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung. Der Naziaufmarsch wird jährlich von bis zu 150 TeilnehmerInnen aus dem gesamten süddeutschen Raum besucht. Dagegen richtet sich seit 2002 antifaschistischer Protest, damals gelang es auch, bisher das einzige Mal die faschistische Mahnwache zu verhindern. Parallel veranstaltet die Stadt eigene Gedenkfeierlichkeiten, seit 2003 ist der 23. Februar offizieller Gedenktag in Pforzheim. An mehreren Orten in der Stadt finden sich Gedenktafeln und Stehlen zur Erinnerung an das Bombardement. Lediglich 2012 veranstaltete ein von der Stadt mitinitiiertes Bündnis eine Kundgebung. Dieses sprach sich gegen „extremistisches Gedankengut“ aus und fügte konsequenterweise ausdrücklich hinzu „egal ob von rechts oder links“.

Städtisches Gedenken und Verdrehung der Geschichte von Rechts
Faschisten greifen die Bombardierung deutscher Städte immer wieder auf, dadurch, dass sie den Fokus ausschließlich auf die deutschen Opfer richten und Tatsachen, wie den von Deutschland losgetretenen Krieg, den Vernichtungsfeldzug im Osten und den industrielle Massenmord an Millionen Menschen ausblenden und bewusst verschweigen, wird das „deutsche Volk“ zum Opfer ausländischer Aggression erklärt. So werden das für die faschistische Ideologie essentielle Konstrukt eines Volkes als Schicksalsgemeinschaft heraufbeschworen und die Folgen und Verbrechen des Faschismus relativiert.
Die Mahnwache der Faschisten in Pforzheim beginnt jährlich um 19.47 Uhr, der Uhrzeit der Bombardierung. Wie der damalige Luftangriff dauert auch die Kundgebug 20 Minuten. Dies und die verwendeten Fackeln zeigen: Es geht ihnen um eine feierliche und pathetische Inszenierung ihres Aufmarsches. In den Publikationen des „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ wird auf offen faschistische Parolen verzichtet. Durch die Eigenbezeichnung als „nationalkonservativ“ versucht dieser, genauso wie durch sein biederes Auftreten, trotz seiner offensichtlichen inhaltlichen und personellen Überschneidung mit der faschistischen Bewegung offen für das rechte bürgerliche Lager zu sein.

Anknüpfungspunkte finden die Faschisten beim offiziellen Gedenken der Stadt. Dieses konzentriert sich fast ausschließlich auf die Bombardierung Pforzheims, beispielsweise wird auf einer von der Stadt aufgestellten Gedenktafel über die Zeit von 1900 bis 1945 lediglich geschrieben, dass sich die feinmechanische Industrie entwickelte. Von der Umstellung dieser auf Rüstungsproduktion, von der Machtübertragung an die Nazi-Faschisten oder dem von Deutschland losgetreten Weltkrieg ist keine Rede. In dem letztjährigen Aufruf, des von der Stadt mitinitiierten Bündnis „Pforzheim Nazifrei“, wird nicht auf Weltkrieg, Faschismus und die Rolle Pforzheims in dieser Zeit eingegangen. Begründet wird die Ablehnung des Nazi-Gedenkens lediglich durch die Feststellung, dass es sich dabei um „Extremisten“ handele.
Dieser bürgerliche Protest ist eine Farce. Ein nachhaltiges Vorgehen gegen Rechts setzt eine Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Ideologie des Faschismus voraus. Mehr noch: Wer den Opfern der Bombardierung Pforzheims gedenkt und dabei die zwölf Jahre Geschichte davor vollkommen ausblendet, schafft Anknüpfungspunkte für die Faschisten.
Skandalös ist auch die Politik der Stadt Pforzheim, die in den vergangenen Jahren keinen Versuch unterließ, den Pforzheimer Antifaschistinnen und Antifaschisten Knüppel zwischen die Beine zu werfen. So verbot die Stadt in der jüngsten Vergangenheit immer wieder antifaschistische Demonstrationen, Konzerte, Ausstellungen und Bildungsveranstaltungen oder übte auf das städtische Jugendzentrum solch immensen Druck aus, dass dieses antifaschistische Veranstaltungen absagte. In Erinnerung ist außerdem das unsägliche Vorgehen der Stadt, antifaschistische Demonstrationen und Kundgebungen mit Anmeldegebühren zu belegen.
Was also davon zu halten ist, wenn sich die Stadt Pforzheim inzwischen alibimäßig gegen die Mahnwache der Faschisten und sogenanntem Extremismus ausspricht, müsste offensichtlich sein: Wer von „Extremismus“ spricht, setzt die Faschisten und ihre Gegner gleich und meint damit zudem eigentlich die Linken. Es war schon immer so, dass wer behauptet, zwischen den Stühlen zu sitzen, mindestens zur Hälfte auf dem rechten sitzt. Zumal im Fall der Stadt Pforzheim, die den Faschisten tatsächlich Schützenhilfe gibt, indem sie mit einer solchen Beharrlichkeit und über Jahre hinweg gegen genau die Leute vorgeht, die dem faschistischen Treiben in ihrer Stadt entgegentreten wollen.

Antifaschistische Intervention!
Wir rufen dazu auf, am 23. Februar 2013, den Rechten in Pforzheim mit vielfältigen Mitteln und kreativen Aktionen entgegenzutreten. Denn ebenso wichtig, wie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Faschismus, ist es, den Nazis nicht die „Straße“ zu überlassen und ihnen offensiv entgegenzutreten.
Den Erfolg antifaschistischen Protests jedoch allein daran zu bewerten, ob ein Naziaufmarsch stattfinden konnte oder nicht, greift zu kurz. Denn wenn Antifaschistinnen und Antifaschisten gegen Nazis auf die Straße gehen, sehen sie sich einem hochgerüsteten und repressiv agierenden Polizeiapparat gegenüber, der es oftmals nahezu unmöglich macht die Aufmärsche der Faschisten zu stoppen. Deswegen ist es notwendig, unsere Aktionsformen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auf der Straße müssen sich verschiedene Formen des zivilen Ungehorsam, wie Blockaden und direkte Aktionen, gegen Nazis ergänzen.

Kein Naziaufmarsch am 23. Februar in Pforzheim!
Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Kasten: Flächenbombardements und imperialistischer Krieg
Zehn Wochen vor der Kapitulation des faschistischen Deutschlands fand der Bombenangriff der britischen „Royal Airforce“ auf Pforzheim statt. Ein Großteil der in der Stadt ansässigen Industrie war in Kleinbetrieben organisiert und in Wohngebiete integriert. Während des Krieges wurden dort hauptsächlich Zünder für Bomben und Granaten hergestellt. Straßen- und Schienenwege, die durch die Stadt führten, dienten damals auch dem Transport von Truppen und Rüstungsgütern. Durch das Bombardement mit Spreng- und Brandbomben wurde fast die gesamte Innenstadt zerstört, etwa 17.600 Menschen fielen diesem Angriff zum Opfer, darunter größtenteils ZivilistInnen. Größere Industrieanlagen außerhalb der Stadt blieben allerdings verschont.
Die Bombardierung Pforzheims war, ebenso wie die Bombardierung zahlreicher anderer deutscher Städte durch die „Royal Airforce“, Teil einer englischen Militärstrategie, die sich auf nächtliche Flächenbombardements auf Stadtzentren konzentrierte, anstatt gezielte Angriffe auf industrielle und militärische Infrastruktur zu forcieren. Die Betonung der angeblich „moralischen Schwächung der Bevölkerung“ (moral bombing) durch diese Kriegshandlungen kann keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage nach deren Hintergrund sein. Vielmehr muss auch in diesem Krieg nach den dahinterstehenden ökonomischen und geostrategischen Interessen der beteiligten Mächte gefragt werden – insbesondere wenn dabei eine sozialistische Kraft, wie die Sowjetunion, im Spiel ist, die der grundlegenden Ausrichung imperialistischer Staaten, wie Großbritannien oder den USA, fundamental entgegensteht. Das englische Interesse nach einer offensichtlichen aber ineffektiven Kriegsführung mit viel Zerstörung und wenig kriegsrelevanten Ergebnissen zur möglichst langen Aufreibung der Sowjetunion deutet dabei in eine ähnliche Richtung, wie die enorm verspätete Bildung einer zweiten Front durch die USA.
Das Vorgehen der Westalliierten im zweiten Weltkrieg ist weder als „moralische Heldentat“, noch als „boshafter Vernichtungsschlag“ zu verstehen. Es lässt sich ausschließlich im Rahmen einer Analyse des damaligen Interessengemenge aller beteiligten imperialistischen Staaten verstehen. Fest steht: Die Flächenbombardements im Kampf gegen das faschistische Deutschland, waren eine Reaktion auf den vom deutschen Kapital begonnenen Vernichtungskrieg, sind aber mitnichten ein Kriegsereignis, auf das wir uns heute als Linke und AntifaschistInnen positiv berufen können.

Antifaschistische Demonstration: 15.30h, Pforzheim Hbf
Anschließend Aktionen gegen die Nazimahnwache!


Antifaschistische Linke Achern-Bühl
// Gemeinsame Anreise
Antifaschistische Linke Freiburg // 12.45h Freiburg Hbf -Gleis 2 (Abfahrt 13.07h)
Antifaschistische Aktion Heilbronn // Gemeinsame Anreise
Antifaschistische Aktion Lörrach // Gemeinsame Anreise
Antifaschistische Jugend Mannheim / Ludwigshafen // Gemeinsame Busfahrt
Antifaschistische Aktion (Aufbau) Rastatt / Baden-Baden // Gemeinsame Anreise
Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart // 14.45h Stuttgart Hbf – Gleis 7
Antifaschistische Aktion (Aufbau) Tübingen // 13.15h Tübingen Bf, 13.30h Reutlingen Bf
Antifaschistische Aktion [O] Villingen-Schwenningen // Gemeinsame Anreise

Aktuelle Infos zur Mobi aus Tübingen findet Ihr auf der Homepage des Offenen Treffens gegen Faschismus und Rassismus für Tübingen und die Region (OTFR).

[RA]: Anquatschversuche in Bühl und Achern 2012

annaundarthur

In Baden-Württemberg soll es im letzten Jahr wieder verstärkt zu so genannten Anquatschversuchen durch den VS gekommen sein. Wer mehr darüber lesen möchte, findet hier eine sehr übersichtliche Chronik der Roten Hilfe Karlsruhe.

Wie man sich bei einem Anquatschversuch als Antifaschist_in am besten verhält, könnt Ihr diesem Infoflyer der Roten Hilfe entnehmen.

[TÜ]: Dokumentation eines antifaschistischen Redebeitrags am 02.02. in Mössingen

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,
immer wieder wurden die Streikenden nach einer Beurteilung des Generalstreiks und seiner antifaschistischen Bedeutung gefragt. Immer wieder gaben sie die selbe Antwort! Alle waren sich der Notwendigkeit ihrer Aktion und der Wirkung bewusst: „Ich tät das nochmal machen.“ Jakob Stotz’s Antwort, für Ihn ein selbstverständliches Versprechen – für uns heute noch eine Aufforderung, eine Mahnung welche in ihrer Brisanz nichts eingebüßt hat.

Die heutige Gesellschaft der BRD unterscheidet sich nur oberflächlich von jener, die in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine faschistische Herrschaft möglich gemacht hat. Fragmente faschistischer Ideologie, wie unter anderem Chauvinismus, Rassismus und Antisemitismus sind fest im Denken und Handeln der bürgerlichen Gesellschaft verankert. Diese Versatzstücke werden häufig als adäquate Lösungsansätze für Krisen aller Art präsentiert. Öffentliche Debatten drehen sich eher um „Pleitegriechen“ und sogenannte „Döner-Morde“, anstatt die Krisenlastigkeit des Kapitalismus aufzuzeigen oder die Gefahr zu thematisieren, die von mordenden Nazis im Untergrund ausgeht.
Denn gewalttätige Übergriffe auf Menschen, die nicht in ein biologistisch-rassistisch begründetes Weltbild passen, oder sich als politische Gegner_innen verstehen, sind immer wieder auf der Tagesordnung von extremen Rechten. Die Rolle des Staates, namentlich auch durch den sogenannten Verfassungsschutz, offenbart sich dabei als Steigbügelhalter derer, die menschenverachtendes Gedankengut verbreiten und brutal an ihrer Umsetzung arbeiten. Gleichzeitig wird ein Bedrohungsszenario von links konstruiert, bei dem in perfider Art und Weise antifaschistischer Protest kriminalisiert und im Sinne einer Extremismus-Doktrin mit faschistischen Verbrechen gleichgestellt wird. Doch dies wird uns nicht abschrecken! Wir lassen uns nicht spalten! Die Devise lautet weiterhin, gemeinsam und solidarisch antifaschistische Politik voran zu treiben. Weiterhin gilt es, faschistische Ideologie als solche zu offenbaren, treten ihre Vertreter auch noch so harmlos auf. Weiterhin gilt es, linke Projekte und Freiräume zu schützen, um dadurch alternative Gesellschaftsformen aufzuzeigen und möglich zu machen. Es gilt aber auch, all diejenigen Menschen zu unterstützen, die Opfer rechter Gewalttaten wurden, oder deren Existenz durch nazistische Umtriebe direkt gefährdet ist. Um dabei größtmögliche Effektivität und Schlagfertigkeit zu erreichen, müssen wir unsere Bündnisarbeit weiter fortsetzen und den Grad unserer Organisierung erhöhen. Gleichzeitig müssen wir aber auch Nazis mit allem, was uns zur Verfügung steht, bekämpfen. Egal, ob wir ihnen im Alltag begegnen, oder ob sie versuchen, sich mit koordinierten Aktionen in die Öffentlichkeit zu drängen.

Dies soll unter anderem am 23. Februar 2013 in Pforzheim geschehen. Der faschistische „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland“ will eine „Fackel-Mahnwache“ abhalten. Dabei versuchen die Nazis, im Rahmen des Gedenkens an „deutsche Opfer des Luftangriffs 1945″ von den Verbrechen ihrer historischen Vorläufer ablenken, diese zu relativieren und Nazideutschland als „Opfer“ des Krieges darzustellen, den es selbst entfesselt hat. Es ist der Versuch, den Verlauf der Geschichte umzudeuten, um in letzter Konsequenz den Faschismus öffentlich zu verherrlichen. Wir rufen dazu auf, euch an den antifaschistischen Gegenprotesten zu beteiligen. Aus Tübingen und Reutlingen wird es eine gemeinsame Anreise zu der Demonstration und zu den Blockaden in Pforzheim geben. Wir treffen uns am Samstag, den 23. Februar 2013 um 13:15 Uhr am Tübinger Hauptbahnhof und am Reutlinger Hauptbahnhof um 13:30 Uhr! Helft mit, dass rechtes Gedankengut nicht weiter in der Gesellschaft Fuß fassen kann und achtet auf weitere Ankündigungen!

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

[TÜ]: Erste Eindrücke von der Demo in Mössingen am 02.02.13

Am heutigen Samstag, den 02. Februar 2013 jährte sich der Mössinger Generalstreik zum achtzigsten Mal. Schätzungsweise 1.200 Antifaschist_innen gedachten heute der mutigen Aktionen der kommunistischen Arbeiter_innen von damals.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Fotos: Antispeziesistische Aktion Tübingen