[Tübingen] antifaschistische Demonstration am 08.Mai 2018

„ANTIFA – VIVE LE MOUVEMENT“

antifaschistische Demonstration am Dienstag, 08.Mai 2018, 18:00 Uhr Holzmarkt Tübingen

Damals…
Der 8. Mai 1945 wird gefeiert als Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus an der Macht und markiert gleichzeitig das Ende des II. Weltkriegs in Europa. Mit dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition wurde die faschistische Gewaltherrschaft in Deutschland beendet. Mit der systematischen Vernichtung der Jüdinnen und Juden Europas, der Sinti und Roma, sowie der massenhaften Ermordung von Millionen Kriegsgefangenen und der fast vollständige Liquidierung jeder politischen Opposition und kritischen Intelligenz im Inland und in den eroberten Ländern sind die deutschen Faschisten für die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte verantwortlich. Sie forderte mindestens 55 Millionen Menschenleben, ebenso wurden über 6 Millionen Menschen jüdischer Abstammung von den Nazis verschleppt, versklavt, misshandelt, zu Tode geschunden, erschlagen, erschossen, vergast und verbrannt. Abertausende Menschen waren darüber hinaus ins Exil getrieben, enteignet und ihrer elementarsten Lebensgrundlagen beraubt worden.

Deshalb ist der 08.Mai für uns heute ein Tag an dem wir all den Opfern der faschistischen Gewaltherrschaft gedenken und all jenen die im Kampf dagegen ihr Leben riskiert haben, danken wollen.

…und heute
Bis heute ist sind Teile und Versatzstücke faschistischer Ideologie noch immer in vielen Köpfen verankert und finden in Teilen der Gesellschaft noch immer Zuspruch oder gar Bewunderung.
Dies zeigt sich auch an der Entwicklung in Deutschland nach der Befreiung. Schon kurz nach Ende des Faschismus fanden sich ehemalige Mitglieder der NSDAP in gesellschaftlichen Schlüsselpositionen. Vom Bombenattentat auf das Münchner Oktoberfest über die rassistischen Progrome der 90er bis zu den Morden des NSU ziehen die geistigen Erben der Faschisten ihre Blutspur durch die Geschichte. Und heute, im Jahr 2018 sitzt mit der AfD eine Partei im Bundestag und nahezu allen Landesparlamenten, die zumindest in Teilen als faschistisch bezeichnet werden kann. Mehrere Tausend Menschen beteilig(t)en sich an Aufmärschen von PEGIDA und Co., während gewaltbereite Nazis auf der Straße wieder Jagd auf Geflüchtete machen.

Der 8.Mai muss daran erinnern, dass der Faschismus in Zeiten von Krisen und sich zuspitzenden sozialen Verhältnissen wieder eine Herrschaftsoption werden kann. Mit der zunehmenden Einschränkung von Persönlichkeitsrechten durch staatliche Organe wird ein Grundstein zur massenhaften Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung gelegt. Dagegen müssen wir kämpfen!

Die Bewegung aufbauen!
Die Aufgabe für uns Antifaschist*innen ist es, uns zu organisieren. Das schließt sowohl eine gemeinsame theoretische Auseinandersetzung als auch eine gemeinsame kämpferische Praxis mit ein. Wir müssen gemeinsam Ideen entwickeln und Bündnisse schmieden, uns vernetzen. Wir müssen Räume für den gemeinsamen Austausch schaffen und unsere Aktionen so gestalten, dass Viele daran teilhaben können und unser Handeln an der Frage der Legitimität ausrichten. Insbesondere der anhaltende gesellschaftliche Rechtsruck erfordert einen breiten und organisierten Widerstand.

Deshalb rufen wir auf:
Nehmt euch mit uns am 8. Mai die Straße!
Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!

Antifaschistische Aktion [Aufbau] Tübingen
Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus für Tübingen und die Region (OTFR)

[Tübingen] Rechten Eliten keine Plattform bieten – Gegen den Bürgerfrühschoppen in Tübingen am 06. Mai 2018

Am Sonntag, den 06. Mai 2018 wird der vom sog. „Arbeitskreis Tübinger Verbindungen (AKTV)“ organisierte Bürgerfrühschoppen zum 9. Mal auf dem Platz vor der alten Burse in Tübingen statt finden. Es scheint beinahe normal geworden zu sein, dass sich die Tübinger Verbindungen jedes Jahr aufs Neue in der Mitte der Stadt treffen, Bier trinken und sich bürgernah geben.
Dieses Event des „AKTV“ löste das jährlich vom 30. April auf den 1. Mai statt findende Maisingen der Verbindungen in Tübingen ab, welches sich Jahr für Jahr mit großen Gegenprotesten konfrontiert sah. Ein kluger Schachzug für die Außenwahrnehmung der Verbindungen, die deutschtümlichen Lieder und Fackeln durch ein scheinbar öffentliches Fest an einem Sonntag Mittag einzutauschen.
An der politischen und strukturellen Ausrichtung der Verbindungen hat sich jedoch wenig geändert: Sie verkörpern einen Antifeminismus und rückwärtsgewandte Rollenbilder und leisten einer Zuspitzung gesellschaftlichen Ungleichheit in einer Art und Weise Vorschub, in der sie ganz offen mit ihrem exklusiven Prinzip der sog. Seilschaften werben. Offenkundige rassistische Regularien oder andere menschenfeindliche Aussagen in der Öffentlichkeit haben erst nach breiter medialer Berichterstattung nach gelassen. Sprechen Korporierte allzu unverblümt über ihre politische Gesinnung, ist das nämlich schädlich für ihr Image.
Jedoch nicht allein die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich zuletzt immer weiter nach rechts entwickelt. Und in diesem Spannungsfeld stellen sich auch männlich dominierte, elitäre, akademische Zirkel als gesellschaftliche Räume dar, welche von diesem Rechtsruck gleichsam profitieren und ihn gezielt vorantreiben.
Die sog. „Alternative für Deutschland“ übernimmt nicht nur im Parlament eine rechte Initiative. Sie positioniert auch eine neue rechte Bewegung als strategisches Projekt auf der Straße, um die Spaltung der Gesellschaft weiter voran zu treiben. Dabei koordinieren sich viele verschiedene rechte Akteure.
Es ist nicht überraschend sondern politisch konsequent, dass viele Funktionsträger in der „AfD“ mit ihrer Jugendorganisation „JA“ und in Zusammenhängen der Neuen Rechten Korporations-Hintergrund haben. Denn diese Rechte skizziert ein Gesellschaftsentwurf, wie er im korporierten Milieu bereits täglich gelebt wird: Sexismus, straffe Hierarchie, Begünstigung der Privilegierten und reaktionäres Gedankengut.
Wir müssen hinter die Fassade von Verbindungen als studentische Männer-WGs mit Fabel für lustige Kostüme und Vornehmtuerei gepaart mit Trinkspielen blicken. Und sie als das begreifen, was sie darstellen: Als Gefahr für Emanzipation. Als Gefahr für Chancengleichheit. Als Stratorendienstleister eines gesellschaftlichen Rechtsrucks.

Es ist an uns die politischen Errungenschaften, die bereits gemacht wurden jeden Tag aufs Neue zu verteidigen und die, die sie uns nehmen wollen, mit direktem Protest zu konfrontieren!
Unserem Ziel einer solidarischen Gesellschaft steht das Verbindungswesen nicht nur im Weg, sondern fundamental entgegen.

Wir unterstützen die Kundgebung der Antifa Reutlingen/Tübingen und mobilisieren am

Sonntag, 06. Mai 2018 um 09:00 Uhr auf den Tübinger Holzmarkt.

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

[Vortrag+Solibar] Was tun, wenn…? Ein Antirepressions-Vortrag‎

Im Folgenden dokumetieren einen Terminhinweis der Unterstützer*innengruppe Solidarität&Widerstand und laden zu Küfa, Vortrag und Solibar am 18.04.2018 in die Schellingstraße 6.

Am 18.04.2018 laden wir in die Hausbar der Schellingstraße 6 zu Küfa ab 19:00 Uhr und einem Vortrag ab 20:30 Uhr mit anschließender Solibar. Rechtsanwalt Franz Spindler aus Tübingen wird an praktischen Beispielen staatliche Repression und den Umgang damit als direkt Betroffene thematisieren. Er wird einen Überblick über die rechtliche und strafprozessuale Situation als auch über die aktuellen Gestzesverschärfungen geben (wie z.B. § 114 StGB: Widerstand gegen Volllstreckungsbeamte und § 125 a StGB Landfriedensbruch) und die Verfahrensrechte der Betroffenen darstellen.

Getroffen hat es Einzelne, gemeint sind wir alle!
Dort, wo Menschen sich außerhalb staatlicher Institutionen engagieren und Widerstand gegen Rechts organisieren, ist Repression nicht weit. Der bürgerliche Staat hat kein Interesse am Erstarken einer antifaschistischen Bewegung. An Tagen wie dem 29.04. wird klar, dass der Staat kein verlässlicher Partner im Kampf gegen Rechts ist. Stellvertretend für alle, die aktiv ihren Protest äußern, müssen sich immer wieder einzelne Antifaschist*innen verantworten. Die Verhaftungen und juristischen Konsequenzen dienen der Abschreckung aller, die sich gegen Rechts engagieren. Aufgabe einer antifaschistischen Bewegung ist es konkrete Soliarbeit zu leisten, also gemeinsam eine Öffentlichkeit zu schaffen, Geld zu sammeln und Prozesse zu begleiten!

Für Solidarität und Widerstand!
http://otfr.blogsport.de/solidaritaet-widerstand/ SoWi@mtmedia.org

[Kandel] Sa, 07.04.2018: Eingreifen wenn es wichtig ist!- Gemeinsame Anreise aus Tübingen/Reutlingen

Bereits mehrere Male seit Jahresbeginn marschierten bis zu 3000 Rechte und Nazis durch die Kleinstadt Kandel in der Südpfalz. Dieser Ort wurde von Nazis und RassistInnen ausgewählt, weil dort Ende des vergangenen Jahres eine 15-jährige, junge Frau von ihrem Ex-Freund brutal erstochen wurde.

Dabei geht es den Rechten nicht um Gewalt an Frauen oder einer prinzipiellen Gegnerschaft zur Unterdrückung der Frau, sondern lediglich um eine Projektionsfläche für ihren plumpen Rassismus.

Als strategisches Projekt der Rechten, ihre menschenfeidlichen Inhalte anschlussfähig darzustellen und sich die Straße zu nehmen, ist die Mobilisierung nach Kandel ein Versuch rassistische Propaganda in der Gesellschaft zu verankern. Vor allem droht das Potential einer rechten Sammelbewegung im Süden der BRD, welche in regelmäßiger Form versucht, sich die Straße zu nehmen.
Daher ist es besonders wichtig, dass eine antifaschistische Bewegung diese Dynamik rechtzeitig unterbindet!

Weitere Infos auch HIER

Kommt zum Treffpunkt für Tübingen und Reutlingen:

Samstag, 07.04.2018:
09:15 Uhr Tübingen HBF
09:30 Uhr Reutlingen HBF

[Kandel: Eingreifen wenn es wichtig ist!] Gegen Rechte Großdemos in Kandl

Zu den antifaschistischen Protesten am Samstag, 24.03. in Kandel wird es eine gemeinsame Anreise aus Tübingen + Reutlingen geben:

Samstag, 24.03.2018:

09:15 Uhr Tübingen HBF
09:30 Uhr Reutlingen HBF

Alle wichtigen Infos HIER oder auf eingreifen.blogsport.eu

Bereits drei Mal seit Jahresbeginn marschierten bis zu 3000 Rechte und Nazis durch die Kleinstadt Kandel in der Südpfalz. Kandel, das nur ca. 20 Minuten von Karlsruhe entfernt liegt, wurde von Nazis und RassistInnen ausgewählt, weil dort Ende des vergangenen Jahres eine 15-jährige, junge Frau von ihrem Ex-Freund brutal erstochen wurde. Wie man sich denken kann, geht es den meist männlichen Demonstranten nicht um Gewalt an Frauen oder einer prinzipiellen Gegnerschaft zur Unterdrückung der Frau: Wäre der Täter nicht als Geflüchteter nach Deutschland gekommen, wäre der tragische Tod der jungen Frau – wie so häufig bei Fällen patriarchaler Gewalt – als Randnotiz in den Zeitungen verhallt.
Die Märsche der Nazis und RassistInnen in Kandel zeigen für Süddeutschland eine neue Qualität rechter Aktivitäten. Offiziell angeführt von der AfD marschieren hier monatlich bis zu 3000 Personen, die das gesamte Spektrum rechts der CDU abdecken – mit offener Beteiligung faschistischer Kräfte wie etwa Nazihools, JN und „Identitärer Bewegung“.
Hier wird das gesamte rechte Wutbürger-Potenzial, das mit der AfD sympathisiert, sich aber außerhalb der Facebook-Kommentarspalten im Süden nur sehr ungern in der Öffentlichkeit zeigt, mobilisiert. Anders als beispielsweise bei den Anfängen von Pegida in Dresden, ist die AfD nicht mehr politisch dazu gezwungen sich formal von den glatzköpfigen Schlägerhorden zu distanzieren. Diese Entwicklung einer immer niedrigeren Hemmschwelle, Seite an Seite mit bekennenden, klar und deutlich zu erkennenden Faschisten zu demonstrieren, ist ein neuer, ganz praktischer Ausdruck des politischen Rechtsrucks.
Es mag befremdlich klingen, hat man doch noch nie in seinem Leben von dem kleinen, idyllischen Ort gehört; doch die Demos in Kandel sind nach eigenen Aussagen rechter Vordenker, ein zentrales, strategisches Projekt neben den Märschen in Berlin und Hamburg. Hier soll das Zusammenwirken parlamentarischer Rechter und „der Bewegung auf der Straße“ unter der Führung der AfD geprobt und sich – wenn auch nur temporär – eine Stadt genommen werden. Was diese „temporären NS-Areas“ für MigrantInnen, Linke oder Andere bedeutet, ist unschwer vorzustellen.
Es liegt an uns AntifaschistInnen, diese Entwicklung ernst zu nehmen und dementsprechend zu reagieren. Es geht in Kandel nicht nur darum einen weitere, vielleicht etwas größeren rechten Marsch bestenfalls zu verhindern. Es geht um mehr: Die Rechten machen uns ganz direkt den öffentlichen Raum streitig. Wenn falsche Mehrheiten entstehen und der rechte Mob unbehelligt durch die Straßen zieht und NazigegnerInnen angreift, dann ist das ein Problem. Und zwar ein großes.
Es liegt an uns sich diesen Zuständen anzunehmen. Wir müssen alles daran setzen, den Nazis und RassistInnen ihre Gewissheit zu nehmen, dass eine Stadt für einen Tag ihnen gehört. Die Mittel einer solchen Verteidigung des öffentlichen Raums sind vielfältig und nach Notwendigkeit zu wählen; nur so schaffen wir es der Normalisierung rechter Gewalt nicht tatenlos gegenüber zu stehen und mit anzuschauen, wie der Gegner immer stärker wird.

Daher: Antifas aus dem Südwesten – alle nach Kandel! Bereitet euch vor – den Nazis keinen Fußbreit!

[Teaser] „Bürgerfrühschoppen“ im Mai 2018

Auch im Jahr 2018 wird aller Voraussicht nach im Mai der vom Arbeitskreis Tübinger Verbindungen (AKTV) veranstaltete „Bürgerfrühschoppen“ statt finden.
Dieser stellt ein identitätsstiftendes Moment für die Tübinger Verbindungen dar.
Man kommt zusammen, trinkt Bier, isst Bratwürste und gibt sich bürgernahe.
Dieser scheinbaren Normalität wollen wir uns entgegen stellen! Denn bei studentischen Verbindungen handelt es sich in der Mehrzahl immer noch um reaktionäre und elitäre Strukturen.
Achtet auf weitere Ankündigungen, checkt unsere Homepage oder die der *[ART]* und lasst uns gemeinsam den „Bürgerfrühschoppen“ zu unserer Party machen!

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

[Soliparty für Antifas] Exquisiter Techno++Blauen Salon++22:00 Uhr++2 Floors

Am 29.04.2017 kam es zu einem versuchten Angriff von Faschisten der Kleinstpartei „Der III.Weg“ auf einen antifaschistischen Infostand in Rottenburg am Neckar. Die anwesenden Antifaschist*innen reagierten so besonnen, dass sich die Angreifer schnell gezwungen sahen das Weite zu suchen.
Diese Antifaschist*innen sind nun von Repression betroffen!
Mit der Repression stellt die Staatsanwaltschaft und Polizei die Tatsachen mal wieder auf den Kopf: antifaschistische Gegenwehr wird verfolgt und soll bestraft werden, die Faschisten, von welchen der Angriff ausging, werden geschützt und als Opfer dargestellt.

Bei der Party, bis ein*e Anwalt*in kommt, besorgen unter anderen StirckStrack, Tim Loose und Ma&Mo die aller feinsten Sounds

[Pforzheim] Aufruf zu den Gegenprotesten der Fackelmahnwache am 23. Februar 2018

Auch dieses Jahr wird am 23. Februar eine Nazifackelmahnwache auf dem Wartberg in Pforzheim geben. Diese wird erneut nicht ohne unseren Protest stattfinden! Diese beginnen mit einer antifaschistischen Demonstration um 18.00 am Pforzheimer Bahnhof. Für eine gemeinsame Anreise gibt es einen Treffpunkt:

DATUM: 23.02.2018
ZEIT: 15.15 Uhr
ORT: Tübingen Hbf

Hier zum Aufruf von „…NICHT LANGE FACKELN“

[Antifa History] Remember the past – fight in the present! #1: Der Mössinger Generalstreik 1933

+++50 Personen besuchen Film und Diskussion+++
+++70-100 Personen beteiligen sich an historischem Gedenkspaziergang+++
+++120 Personen nehmen an Kundgebung anlässlich des 85. Jahrestags des Generalstreiks teil+++
+++Otto-Merz-Straße in Jakob-Textor-Straße umbenannt+++

Am Abend des 30. Januar, dem Vorabend des Generalstreiks, fand im gut gefüllten Club Voltaire in Tübingen eine Veranstaltung zum Mössinger Generalstreik statt. Hierbei wurden Ausschnitte des Films „Da ist Nirgends Nichts gewesen, außer Hier“ gezeigt. In diesen berichten Zeitzeugen, Streikende und Historiker sehr detailliert, über das damals Geschehene. „Ich täts wieder tun!“ sagte da Einer und berührte damit alle Anwesenden.
Das kann nur als klare Aufforderung verstanden werden, sich auch Heute den Rechten jedweder Couleur offensiv entgegenzustellen. In der anschließenden Diskussion war dies eben so Thema ,wie die lokale Verankerung der Kommunist*innen in den damaligen Arbeiter*innenvereinen und im örtlichen Leben. Nicht ohne Grund beteiligten sich hier über 800 Menschen am Generalstreik gegen die Machtübertragung auf Hitler und die deutschen Faschisten.
Dies, so war die Meinung vieler, müsse Linken als positives Beispiel dienen und es sei eine ihrer Aufgaben, Ereignisse wie diese nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Am 03. Februar trafen sich ca. 70-100 Menschen vor der Langgass-Halle, der ehemaligen Turn- und Versammlungshalle der Mössinger Arbeiter*innenvereine. Hier begann der historische Gedenkspaziergang auf den Spuren des Generalstreiks durch den der, mit dem Streik sehr bewanderte, Lokaljournalist Jürgen Jonas führte. „Von dieser Halle, welche von den Arbeiter*innen selbst errichtet worden war, hatte sich der Streikzug in Bewegung gesetzt“, erzählte er. „Vor der Pausa, einem ansässigen Textilbetrieb, warteten die Streikenden auf das Abstimmungsergebnis der Angestellten. Diese beschlossen sich anzuschließen und so zogen sie weiter zur Trikotfabrik Merz. Seinen Arbeiter*innen drohte der Fabrikinhaber Otto Merz mit dem sofortigen Rauswurf, seinen Worten ließ er Taten folgen. Es beteiligten sich dennoch Viele. Andere wurden auch von ihren Maschinen gerissen und so zum Mitmachen genötigt. Dies sei ein Schatten auf dem Streik, der aber in seiner Art trotzdem das Richtige gewesen ist“, so Jonas. „Danach ging es zu Burkhardt, hier standen sie vor verschlossenen Türen. Als die Staatsmacht anrückte zersprengten sich die Streikenden, es gab aber Festnahmen. In den Folgetagen gab weitere, über hundert Verurteilungen standen am Ende zu Buche. Auch nach Ende der faschistischen Diktatur war nichts mehr wie es einmal war in Mössingen. Das zeigt insbesondere der Umgang mit dem Ereignis. Es dauerte Jahrzehnte bis die Stadt eine Gedenktafel an der Langgass-Halle anbringen ließ.

Bei der im Anschluss stattfindenden Kundgebung kritisierte Andrea Ayen, selbst Nachfahrin von Streikteilnehmern, genau diesen Umgang. Sie forderte einen öffentlichen Platz als Gedenk- und Erinnerungsort, sowie eine Dauerausstellung über den Generalstreik, um Mössingen hiermit und nicht nur mit schönen Wanderwege und Hotels berühmt und für Touristen attraktiv zu machen. Danach folgten die Redebeiträge von LiSt (Linke im Steinlachtal), sowie vom DGB, der von Jan Becker vertreten wurde. In seiner Rede schilderte er heutige gewerkschaftliche Auseinandersetzungen mit neuen rechten „Gewerkschaften“ und Arbeitnehmervereinigungen, welche im Fahrwasser der AfD mitrudern und was ihr Erstarken und Entstehen für künftige Betriebsratswahlen und Tarifverhandlungen bedeutet. In der Rede der VVN-BdA sprach Janka Kluge über einen weltweiten Rechtsruck sowie die Notwendigkeit von antifaschistischer Erinnerungsarbeit in diesen Zeiten. Außerdem rief sie alle Antifaschist*innen zur gegenseitigen Solidarität auf. Verschiedene praktische Herangehensweisen und Aktionsformen sollten und dürften kein Spaltungsgrund sein. Die folgende Rede der Antifaschistischen Aktion [Aufbau] Tübingen behandelte die Frage der gemeinsamen Organisierung hin zu einer antifaschistischen Massenbewegung und betonte, dass antifaschistische Praxis nicht an der Frage der Legalität sondern an der Frage der Legitimität und der politischen Notwendigkeit ausgerichtet werden müsse. „Das dies mitunter Repression von Seite des Staates bedeutet, erleben Antifaschist*innen immer wieder“, so die Antifaschist*in, „Damals wie Heute“. Die letzten beiden Reden kamen von einer Gruppe junger Kommunist*innen und der DKP. Im Anschluss an die Reden informierten sich viele am Infotisch, auf dem Flyer und Broschüren, der verschiedenen aufrufenden und unterstützenden Gruppen, auslagen. Insgesamt nahmen ca. 120 Interessierte an der Kundgebung teil.

Zusätzlich zu Gedenkspaziergang und Kundgebung haben einige Antifaschist*innen die Schilder der Otto-Merz-Straße in Jakob-Textor-Straße verändert. Der Maler Jakob Textor hat am Streik 1933 teilgenommen und wurde hierfür wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit erschwertem Landfriedensbruch“ verurteilt. Jakob Textor war wie viele Andere Mitglied im Arbeitersportverein und ein Aktivist der Arbeiterbewegung. Otto Merz dagegen war Fabrikant und der Erste der die Staatsmacht gegen die Streikenden auf den Plan rief. Im Nachgang feuerte er viele seiner Angestellten aufgrund der Teilnahme am Streik gegen Hitler und die deutschen Faschisten.

Bilder:

Im Folgenden dokumentieren wir unseren Redebeitrag:

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten, Liebe Anwesende,

Mit dem Auftreten von HoGeSa, PeGiDA und den öffentlichen Kursdebatten in der AfD wurden rassistische, sexistische und antifeministische Ausfälle wieder salonfähig.
Mit Beginn der „Fluchtkrise 2015″ setzen rechtspopulistische Kräfte auf rassistische Mobilmachung gegen Geflüchtete und auf eine verstärkte Ablehnung der bürgerlichen Medien, Stichwort Lügenpresse. Dies lässt sich weltweit beobachten, so gehen auch auch international Rechte gegen Journalisten und die Presse vor, die beiden prominentesten Beispiele sind sicherlich Trump und Erdogan.

In ihrer Propaganda stilisieren sich Rechte häufig als Opfer und zugleich einzige Alternative zur aktuellen Politik. Dabei vergessen viele der Befürworter rechter Politik und Einstellungen , dass sich diese immer gegen sie richten. Vordergründig scheint sie sich für die „Rechte des deutschen Volkes“ einzusetzen, der Rattenschwanz der sich dadurch ergibt wird aber ignoriert. So dient diese Propaganda nicht zuletzt dazu, die Bevölkerung zu spalten.

Den Lohnabhängigen soll mit dem Feindbild „Flüchtling/Ausländer“ eine Bedrohung von außen suggeriert werden. Dabei ist es die Politik der Herrschenden und des Kapitals die sich gegen die Lohnabhängigen richtet. Zunehmender Sozialabbau und damit die einhergehende Verschlechterungen der Lebenssituation sind im direkten Interesse des Kapitals, denn hier durch können Profite gesteigert werden. Eine Arbeiter*innenbewegung die gegen einen vermeintlichen Feind von außen kämpft, kämpft nicht gegen eben jene Politik. Mehr noch, sie zerfrisst sich selbst und ist am Ende nicht mehr in der Lage gegen die Kürzungen und für mehr Lohngerechtigkeit zu kämpfen. Daher ist es für uns unabdingbar im Kampf gegen Rechts den Kapitalismus als Erhalter und Beförderer von rechten Einstellungen zu kritisieren.

Eine Antwort auf die Verschiebung der gesellschaftlichen Verhältnisse nach Rechts liegt für uns in der Frage der Organisierung.

Wie überzeugen wir mehr Menschen davon sich offensiv gegen Rechts aufzulehnen?
Wie muss antifaschistisch organisiert werden?
Wie können wir den Rechten wirkungsvoll etwas entgegensetzen?

Immer wieder wird versucht mit großen bundesweiten Bündnissen aus Parteien, Gewerkschaften und NGOs etwas gegen Rechts zu tun, jedoch werden diese dann vor allem als Bühne zur Selbstrepresentation missbraucht, eine gemeinsame Linie gibt es nicht. Diese Bündnisse erreichen zwar eine breite Öffentlichkeit, bleiben aber ein konkretes Handeln schuldig, mehr noch, eine lokale Wahrnehmbarkeit ist häufig nicht vorhanden.

Wir sind der Meinung, das antifaschistische Akteure sich zunächst lokal aufstellen müssen, das heißt eine lokale Verankerung halten wir für wichtiger als eine bundesweite Wahrnehmbarkeit. Wir wollen Anlaufstellen bieten an denen jede*r mitmachen kann, unsere Aktionen so gestalten, dass sich viele daran beteiligen.

Unser Ziel ist der Aufbau einer Antifaschistischen Bewegung. Einer Bewegung die nicht tatenlos dabei zusieht wie sich Rechte überall breit machen sondern entschieden dagegen vorgeht. Das beinhaltet für uns auch das Blockieren, Stören und Verhindern von rechten Auftritten, egal wann und wo diese stattfinden sollen. Dafür brauchen wir lokal arbeitende Bündnisse, welche handlungsfähig sind, sich auf eine gemeinsame Linie einigen können, und in denen verschiedene Aktionsformen ihre Legitimität besitzen. Denn nur gemeinsam und auf verschiedenen Ebenen können wir den Rechten die Stirn bieten. Um das zu erreichen müssen wir uns organisieren. Nur wenn wir kontinuierlich Zeit und Energie in den Aufbau eigener Strukturen stecken können wir eine Wirkung entfalten.

Anhand von historischen Ereignissen können wir Schlüsse für unsere eigene Praxis ziehen:
Was hat funktioniert? Was nicht? Welche Fehler wurden gemacht?

Das Beispiel Mössingen zeigt, was möglich ist, wenn linke Kräfte lokal verankert, ja gut organisiert sind. Damals waren auch nicht viele Teil der Kommunistischen Partei, das lokale Ansehen und die Verankerung haben dazu geführt, dass sich viele Mössinger*innen an den Streikaktionen beteiligt haben trotz zu erwartenden Strafen und Verurteilungen im Falle eines Scheiterns.

Die Streikenden von 1933 waren im Nachgang ihres Auflehnens mit etlichen Strafverfahren konfrontiert. Fast 100 wurden vor dem Landgericht Tübingen angeklagt, wegen Hochverrats und Landfriedensbruch. Wie die Streikenden damals, so sind Antifaschist*innen auch heute von Repression betroffen und so ist es gerade zu ironisch das nachwievor einer der am häufigsten formulierten Vorwurfe Landfriedensbruch ist. Landfriedensbruch ist eine Kollektivstrafe mit der es möglich ist, ganze Gruppen von Demonstrierenden abzuurteilen, ohne dass es konkrete Tatvorwürfe gegen Einzelne gibt.
Und dass der Staat durchaus kein Interesse an starkem antifaschistischem Engagement hat zeigt ein Vorfall der sich jüngst in Rottenburg ereignete: Faschisten der Kleinstpartei „Dritter Weg“ griffen einen Infostand von Antifaschist*innen an. Nun sind die antifaschistischen Aktivist*innen, welche sich lediglich selbstverteidigten, mit verschiedenen Strafverfahren konfrontiert. Der Staat ist somit für uns kein Partner im Kampf gegen Rechts!

Konkreter Antifaschismus muss von uns selbst gemacht werden. Dabei setzen wir uns unsere Grenzen selbst und richten unsere Aktionen nicht an der Frage der Legalität sondern an der (Frage) der Legitimität aus.

In diesem Sinne:
Gegen das Vergessen!
Für einen konsequenten Antifaschismus!
Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

[Antifa History] Remember the past – Fight in the present!

Mit der Kampagne Antifa History haben wir uns vorgenommen, an bedeutende Ereignisse der Vergangenheit zu erinnern und diese mit der Politik von heute zu verknüpfen. Wir wollen die Frage stellen: Wie kann der Antifaschismus der heutigen Zeit von vergangenen Kämpfen lernen? Aus der Auseinandersetzung mit dem Geschehenen wollen wir Schlüsse für die Herausforderungen von heute und morgen ziehen. Dies ist dringend notwendig in einer Zeit, in der sich konservative bis faschistische Kräfte regional, national und global über regen Zuspruch und Zulauf freuen können. Denn der Rechtsruck in der BRD, Europa, den USA und vielen anderen Teilen der Welt ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer unsozialen neoliberalen Politik, die vorhandene Verteilungskämpfe weiter verschärft und dadurch PopulistInnen von rechts den Weg ebnet. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten weiter eine deutlich wahrnehmbare Gegenmeinung zu etablieren und linke Politik und Ideale auch in der Region wieder sichtbarer zu machen. Nur wenn wir uns über Siege und Niederlagen der Vergangenheit bewusst sind können wir angemessen auf aktuelle Entwicklungen reagieren und dem aktuellen konservativen Backlash entschlossen entgegentreten.
Wir werden mit Kundgebungen an die Öffentlichkeit treten, uns aber auch mit Demonstrationen die Straße nehmen, um die Erinnerung wach zu halten und gleichzeitig den Blick auf die Gegenwart und Zukunft zu schärfen.
Doch auch abseits der Straße wollen wir uns mit der Geschichte auseinandersetzen und laden deshalb zu Vortragsveranstaltungen ein. Diese werden thematisch in Zusammenhang mit den jeweiligen Ereignissen stehen. Dadurch sollen das notwendige Wissen und Bewusstsein geschaffen werden, um sich kritisch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Beteiligt euch an den Aktionen, besucht die Veranstaltungen!
Lasst uns gemeinsam den organisierten Antifaschismus in der Region vorantreiben!
Erinnern heißt kämpfen!

[Mössinger Generalstreik 1933] Da ist nirgends nichts gewesen außer hier

Film und Diskussion zum 85.Jahrestag des Mössinger Generalstreiks 1933. In dem Film kommen noch einige Zeitzeugen und Teilnehmer am Mössinger Generalstreik zu Wort, die sich 1933 in einer in ganz Deutschland einmaligen Aktion gegen die Machtübergabe an Hitler zur Wehr setzten. An dem Abend werden Ausschnitte aus dem Film gezeigt und über die Hintergründe und Konsequenzen für die antifaschistische Arbeit heute informiert.

Eine Veranstaltung von VVN-BdA Tübingen-Mössingen und Antifaschistische Aktion (Aufbau) und Club Voltaire Tübingen.

Dienstag, 30. Januar, 20 Uhr, Club Voltaire (Haaggasse 26b).

03. Februar 2018
Historischer Rundgang auf den Spuren des Generalstreiks
11:00 Uhr, Langgasshalle, Mössingen

Kundgebung in Erinnerung an den Mössinger Generalstreik von 1933
13:00 Uhr, Jakob-Stotz-Platz, Mössingen
Veranstaltet von: VVN-BdA Mössingen-Tübingen und Antifaschistische Aktion [Aufbau] Tübingen
Unterstützt durch:
DGB-AK Tübingen, GEW Reutlingen-Tübingen, LiSt – Linke im Steinlachtal, Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen (OTFR), SDAJ Tübingen

Zugtreffpunkt:
03. Februar 2018
10:15 Uhr Tübingen Hbf